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Rostock : Hanse Sail: Konzept für die Sicherheit steht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Mehr Fluchtwege, Notstrom und Durchsagen. Gefahr von Anschlägen bleibt. Ministerium stellt Spezialeinheiten

Noch knapp zwei Wochen bis zur 26. Hanse Sail und das Sicherheitskonzept steht – beinahe. „Wir haben mit Veranstaltern, Polizei, Brandschutzamt und dem Sicherheitsdienst ABS einen umfassenden Maßnahmenkatalog verfasst“, sagt Bernd Knitter. Der Sicherheitsbeauftragte, der im April aus dem Amt geschieden ist, wurde für die Aufgabe extra von Polizeichef Michael Ebert abkommandiert.

Basierend auf Besucher-strommessungen habe man mit einer Münchener Firma 2015 zu Hochzeiten der Sail mehr als 48 000 Gäste im Stadthafen erfasst. „Anhand dessen haben wir Simulationen erstellt, die den wichtigsten Punkt des Sicherheitskonzepts durchspielen – die Entfluchtung in Richtung Innenstadt“, so Knitter. So soll es jetzt sieben statt vorher fünf Fluchttore geben. „Dadurch können wir den Stadthafen im Ernstfall in 11 statt 18 Minuten evakuieren“, erklärt der Sicherheitsbeauftragte.

Zudem habe das Team fünf Szenarien vorempfunden, die den regulären Ablauf der Sail – und damit die Sicherheit der eine Million Besucher – beeinträchtigen könnten: „Das sind Störungen durch das Wetter, technische Probleme, Brände an Land und zu Wasser sowie aufgrund der aktuellen Weltlage auch potenzielle Anschläge“, sagt Knitter. Für erstere seien Notstromaggregate vorhanden, die im Ernstfall auch die neuen Beschallungsanlagen betreiben würden, um Besucher zu informieren. Noch nicht ausgereift scheint der Umgang mit der Gefahr von Terroranschlägen: „Wir befinden uns noch in Gesprächen mit Polizei, dem Brandschutzamt und dem Sicherheitsdienst“, so Knitter.

Trotz der Zwischenfälle vom Wochenende sei bisher keine massiv erhöhte Polizeipräsenz vorgesehen, Hinweise auf eine Gefährdung von Veranstaltungen in MV lägen derzeit nicht vor, so Innenministeriumssprecher Michael Teich. Dennoch bestehe für das ganze Bundesgebiet eine anhaltend hohe, abstrakte Gefährdung, die sich jederzeit bis hin zu terroristischen Anschlägen konkretisieren könne. Die Polizei sei auf alle Eventualitäten eingestellt, so der Sprecher. Zur Bewältigung von Amokläufen oder Terroranschlägen gibt es Teich zufolge in der Landespolizei MV Spezialeinheiten. Für Streifenpolizisten, die als Erste an einem möglichen Tatort sein könnte, werde derzeit ein Erstinterventionskonzept erarbeitet. Zudem soll die Ausstattung der Beamten weiter verbessert werden.

Letztlich stehe im Fall eines Terroranschlags die Evakuierung des Stadthafens an oberster Stelle, so der Rostocker Sicherheitsbeauftragte Bernd Knitter. Wie gehabt wird auf der L 22 von Donnerstag bis Sonntag Tempo 30 gelten und Freitag von 20 bis 1 Uhr sowie Sonnabend von 17 bis 1 Uhr vollgesperrt. Zudem sollen Schausteller ihre Fahrzeuge außerhalb des Hafens abstellen, um mehr Platz für Besucher zu schaffen. Durch die enge Vernetzung von Veranstalter, Behörden und Sicherheitskräften sowie die mobile Wache am Kanonsberg wolle man jegliche Gefahr bannen, sagt der Sicherheitsbeauftragte Bernd Knitter.

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