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Nach Steinwurf auf Polizisten : Hansa-Fan legt Revision gegen Haftstrafe ein

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33-Jähriger will Urteil wegen gefährlicher Körperverletzung von vier Jahren und fünf Monaten Gefängnis nicht akzeptieren

Die Haftstrafe gegen einen Fan des Fußball-Drittligisten Hansa Rostock wegen Steinwürfen auf Polizisten wird voraussichtlich vom Bundesgerichtshof überprüft. Wie ein Sprecher des Landgerichts Rostock am Freitag erklärte, hat die Verteidigung des 33-Jährigen Revision gegen das Urteil eingelegt. Das Gericht hatte den Mann, der der linksextremen Szene zugerechnet wird, Anfang Mai wegen gefährlicher Körperverletzung zu vier Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt. Er hatte laut Gericht am Rande eines Spiels zwischen Hansa und Dynamo Dresden im November 2014 Steine auf Polizisten geworfen und zwei von ihnen verletzt.

Mit einer Entscheidung der nächsten Instanz sei erst in mehreren Monaten zu rechnen, erläuterte der Gerichtssprecher. Nach der Zustellung des schriftlichen Urteils habe die Verteidigung einen Monat Zeit für eine ausführliche Begründung. Der Bundesgerichtshof nehme dann eine Rechtsüberprüfung vor. Sollten Rechtsfehler gefunden werden, könnte eine Neuverhandlung angeordnet werden.

Das Gericht stützte sich bei dem Prozess, der 33 Verhandlungstage dauerte, unter anderem auf Videoaufnahmen, auf denen der teils vermummte Fan an der Kleidung erkennbar gewesen sein soll. Der Richter hatte in der Urteilsbegründung zudem erklärt, der Verurteilte habe „aus Hass auf die Polizei“ gehandelt. Der 33-Jährige, der gut ein Jahr in Untersuchungshaft saß, hatte die Vorwürfe im Prozess zurückgewiesen.

Mit dem Urteil war das Landgericht weitgehend der Staatsanwaltschaft gefolgt. Die Verteidigung hatte dagegen Freispruch gefordert. Mehrere Gutachten, die eine Identität des Angeklagten mit dem Steinewerfer auf den Polizeivideos klären sollten, hätten die Täterschaft nicht belegen können, hatte der Anwalt erklärt.

Für Aufsehen sorgte der 33-Jährige zudem wenige Tage nach dem Prozess bei einer Anti-Rechts-Demonstration von Antifa und Linken am 8. Mai in Demmin (Kreis Mecklenburgische Seenplatte). Er trat nach Angaben der Polizei als „Pressefotograf“ für die Veranstalter auf, soll Polizisten fotografiert haben und wurde dann kontrolliert. Nachdem sich die linke Landtagsabgeordnete Barbara Borchardt als Versammlungsleiterin für den Mann eingesetzt hatte, durfte die Demonstration weiterziehen.

Der sicherheitspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Michael Silkeit kritisierte Borchardt und forderte die Linkspartei auf, sich eindeutiger von verurteilten Gewalttätern zu distanzieren. „In diesen sicherheitspolitisch schwierigen Zeiten braucht die Polizei unsere volle Unterstützung und keine Landtagsabgeordneten, die mit verurteilten Straftätern gemeinsame Sache machen“, erklärte Silkeit.

Der Vorfall soll im Innenausschuss des Landtages beraten werden.

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erstellt am 13.Mai.2016 | 09:16 Uhr

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