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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. Oktober 2017 | 17:39 Uhr

Nach Randalen : Hansa-Chaos empört Politik

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Innenminister spricht nach Krawallen von „organisierter Kriminalität“ – auch Fan-Szene protestiert.

Nach den Ausschreitungen beim Fußballspiel des FC Hansa Rostock gegen RB Leipzig sind die Verantwortlichen um Aufklärung bemüht. „Wir arbeiten mit Hochdruck mit den Sicherheitsbehörden zusammen und werten das Videomaterial aus. Wir hoffen, dass die Täter ihre gerechte Strafe erhalten“, sagte Hansas Vorstandsvorsitzender Michael Dahlmann, der Ende der Woche über Sanktionen informieren will.

Mehrere Dutzend Hansa-Chaoten hatten in der Halbzeitpause der Drittliga-Partie die Südtribüne verlassen und Farbbeutel in den Gästefanblock geworfen. Als die Polizei einschritt, wurde sie zur Zielscheibe. Dabei zertrümmerten die Randalierer sanitäre Einrichtungen in der DKB-Arena, setzten Teile davon als Wurfgeschosse.

„Rund 30 verletzte Polizisten, brutale Angriffe auf gegnerische Fans, Gefahr für Leib und Leben aller anderen Zuschauer, enorme Sachbeschädigung und diffamierende Spruchbänder – es reicht, die Situation beim FC Hansa hat ein untragbares Maß angenommen“, sagte der SPD-Fraktionschef im Landtag, Dr. Norbert Nieszery.

Innen- und Sportminister Lorenz Caffier (CDU) sieht hinter den gewalttätigen Aktionen Methode: „Sie nehmen Formen organisierter Kriminalität an. Die Justiz ist in der Pflicht, die Täter dementsprechend zu bestrafen.“

Zudem forderte die SPD-Landtagsfraktion den Verein auf, ein Maßnahmenprogramm zu erarbeiten, um die Gewaltproblematik in den Griff zu bekommen. „Dies könnten bundesweite Sta-
dionverbote für identifizierte gewaltbereite Anhänger und die Sperrung der Südtribüne sein. Zudem muss der Verein gegenüber gewaltauffälligen Fan-Clubs anders auftreten“, betonte Nieszery.

Auch Dahlmann sieht nach den Krawallen die Fan-Arbeit zurückgeworfen, schränkte aber ein: „Wir dürfen nicht alle Präventionsbemühungen in Frage stellen. Wir erreichen damit nicht jeden Einzelnen, aber die Mehrheit der Südtribüne hat sich von den Aktionen distanziert.“

Selbst im Fan-Lager regt sich Protest gegenüber dem harten Kern der Szene: „Aus der Nummer kommt Ihr nicht raus. Ihr habt jedes Recht verwirkt, irgendetwas zu fordern, irgendwelche Freiheiten zu bekommen, irgendetwas selbst zu regulieren. Ihr tut nichts für den FCH“, so ein Hansa-Anhänger in einem Internetforum.

Derweil hat wegen der Vorkommnisse der Ermittlungsausschuss des Deutschen Fußball-Bundes ein Verfahren eingeleitet.

 

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