zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. November 2017 | 00:08 Uhr

Rostock : Hanfbündnis fordert Legalisierung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Das Cannabis-Kontrollgesetz soll den Verkauf überwachen und den Jugendschutz sichern

Mehrere Hundert Menschen kamen gestern auf dem Neuen Markt zusammen, um für die Legalisierung von Cannabis zu demonstrieren. Besonders für drei Anwendungsgebiete forderten die Demonstranten eine Änderung der Drogenpolitik: „Zu allererst in der Medizin, zweitens als Rohstoff und zu guter Letzt auch als Genussmittel“, erklärt Jakob Gericke, Sprecher des im Februar gegründeten Hanfbündnisses Rostock.

Immer wieder betonten die Veranstalter, dass legale Drogen wie Alkohol und Tabak gefährlicher für den Menschen seien als Cannabis. Jährlich würden mehrere 10 000 Leute an den Folgen sterben. Durch Cannabis-Konsum sei dagegen bisher noch niemand gestorben.

Harald Terpe, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen, legte der Bundesregierung einen Vorschlag für ein Cannabis-Kontrollgesetz vor. Dieses beinhaltete die Legalisierung von Cannabis und einen kontrollierten Verkauf in zertifizierten Shops: „Dieses Kontrollgesetz ist wichtig für den Jugendschutz. Es kontrolliert, aber ermöglicht einen geregelten Cannabis-Konsum. Natürlich muss ich aber auch betonen, dass es nicht ganz harmlos ist, aber es ist harmloser als andere, legale Drogen“, so Terpe.

Während der Reden auf dem Neuen Markt kam es zu einem Zwischenfall mit Gegnern der Cannabis-Legalisierung. Der Sicherheitsdienst klärte die Situation schnell und die Polizei musste nicht eingreifen.

Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) erteilt den Forderungen nach der Legalisierung von Cannabis eine klare Abfuhr: „Die Drogen-Politik zu lockern, wäre in jeder Hinsicht lebensgefährlich. Gerade bei Cannabis warnen neueste Studien davor, dass sich die Anzahl der Patienten mit psychischen Störungen nach Cannabis-Konsum allein in den vergangenen 15 Jahren verdreifacht hat“, so die Ministerin. Die Hälfte der Erkrankten sei jünger als 25 Jahre. Darum dürften auf keinen Fall diese Drogen legalisiert werden. „Das wäre ein fatales Signal an Kinder und Jugendliche, die vor dem Ausprobieren von Cannabis nicht einmal mehr die Hemmschwelle des Verbotes hätten. Ich appelliere an das Verantwortungsbewusstsein aller. Auch ein bisschen Kiffen ist ein bisschen zu viel“, appelliert Uta-Maria Kuder.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen