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Norddeutsche Neueste Nachrichten

24. November 2017 | 14:19 Uhr

Wirtschaft : Handel im Wandel

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Die Wochenmärkte in Rostock kämpfen mit sinkenden Kundenzahlen und Einnahmen. Nun will die Großmarkt GmbH mit einer Qualitätsoffensive gegensteuern.

von
erstellt am 08.Okt.2014 | 10:00 Uhr

Weihnachts- und Ostermarkt, Wochenmärkte oder das bunte Treiben auf der Hanse Sail – das alles organisiert die Großmarkt Rostock GmbH. Jetzt hat die Rostocker Versorgungs- und Verkehrsholding (RVV) ein Strategiekonzept für die künftige Ausrichtung des kommunalen Unternehmens vorgelegt. Demnach soll es auch weiterhin in öffentlicher Hand bleiben. Die Angst der Schausteller vor einer Privatisierung der Gesellschaft ist damit vom Tisch. Voraussetzung: Die Bürgerschaft stimmt zu.

Dringender Handlungsbedarf besteht laut Konzept allerdings bei den ingesamt elf Wochenmärkten zwischen Neuem Markt, Hannes-Meyer-Platz und Mittelmole. „In den zurückliegenden zehn Jahren haben sich sowohl die Anzahl der Händler als auch die Standgelder etwa halbiert“, heißt es. Ihre ursprünglichen Hauptaufgaben – Versorgung der Einwohner und sozialer Treffpunkt – hätten die Wochenmärkte „nahezu gänzlich eingebüßt“.

Diese Entwicklung betreffe nicht nur Rostock, sondern sei ein bundesweiter Trend, sagt die kommissarische Großmarkt-Geschäftsführerin Ilka Müller: „Um die Existenz der Wochenmärkte zu sichern, ist eine konzeptionelle Überarbeitung unabdingbar.“ Mit regionalen und frischen Produkten will sie wieder mehr Kunden anlocken. Dazu müsse die jeweilige Zielgruppe festgelegt und das Sortiment erfasst werden. Auf einem Fischmarkt beispielsweise müsse nicht gleichzeitig Kleidung angeboten werden.

„Wichtig ist, an welchen Standorten ich wen, wie oft, zu welchen Zeiten und wie erreichen will“, sagt Müller. „Da müssen wir ran.“ Das sei auch im Interesse der Händler, die unter einem extremen Wettbewerbsdruck stünden.

Schon jetzt gut aufgestellt ist die Großmarkt GmbH laut Konzept im Geschäftsfeld Sondermärkte und Veranstaltungen. Das Unternehmen organisiert eine ganze Ostseetour, die zwar in Rostock beginnt und endet, daneben aber auch Feste in anderen Städten beinhaltet. Beispielsweise das Peenefest in Demmin, die Hafentage in Sassnitz, die Hafftage in Ueckermünde oder das Landesschützenfest in Stavenhagen. „Da hängen Existenzen dran – 80 Prozent der heimischen Kollegen fahren mit“, sagt Marlies Urbigkeit vom Schaustellerverband MV. Und ohne die Tour würden attraktive Fahrgeschäfte wie etwa Riesenräder nicht nach Rostock kommen.

Die Schausteller setzen darauf, dass die Stadt ihre Gesellschaft auch künftig nicht verkauft. In anderen Städten sei das bereits passiert – und anschließend das Standgeld explodiert, das Schausteller und Händler zahlen müssen. „Ein privater Betreiber kommt mit dem Fahrrad und fährt wieder mit einem dicken Auto“, so Urbigkeit. Die Einnahmen in die Attraktivität zu reinvestieren, wie es die Rostocker Großmarkt GmbH zum Beispiel mit der Märchenbühne, dem Weihnachtsmann oder der Beleuchtung mache, sei wesentlich sinnvoller. Die bislang moderaten Standgelder würden indirekt zu gut besuchten Veranstaltungen beitragen, bei denen auch die Kunden auf ihre Kosten kommen. Nach dem Wechsel von Ex-Großmarkt-Geschäftsführer Jörg Vogt als Erlebnischef zum Karls Erlebnisdorf im Juni ist Urbigkeit froh, in Ilka Müller wieder eine feste Ansprechpartnerin zu haben. Deren Vertrag läuft bislang allerdings nur bis Dezember.

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