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Norddeutsche Neueste Nachrichten

11. Dezember 2017 | 19:39 Uhr

Hamlet sucht das Besondere

vom

svz.de von
erstellt am 05.Okt.2012 | 10:04 Uhr

Kröpeliner-Tor-Vorstadt | Hamlet auf der Bühne des Großen Hauses, 24 Stunden vor der Premiere: Der Zuschauersaal ist dunkel und leer. Die Mitglieder des Produktionsteams aus Berlin und Rostock sitzen vereinzelt auf den Stühlen im Parkett. Die Theaterfotografen sind im Dauereinsatz.

Das Ensemble probt mit Kostüm und Maske und im fertigen, sich mehrfach verändernden Bühnenbild, das an eine ramponierte dänische Sommerhaus-Idylle erinnert. Bis auf die zweimalige Bitte an die Souffleuse um die entsprechende Textstelle geht die Inszenierung reibungslos mit Licht und Musik, doch ohne Publikum über die Bühne.

Hamlet - die große Shakespearefigur spiegelt seit vier Jahrhunderten die Zerrissenheit des modernen Menschen zwischen Denken und Tun wider, zeigt das ewig aktuelle Bild von den tragischen Bemühungen um die Verbesserung einer Welt, die unaufhörlich neue Katastrophen gebiert. Der Rostocker Hamlet (Simon Jensen) ist ein ganz junger und äußerst agiler, einer, der durchaus nicht "von des Gedankens Blässe angekränkelt" seinem Auftrag folgt. "Das ist Absicht der Regie. Der junge Hamlet ist ein Handelnder, kein Grübler", so Lukas Pohlmann, der das Stück als Dramaturg begleitet hat.

Die Übersetzung des Shakespeare-Textes stammt übrigens aus der Feder des 23-jährigen Theodor Fontane. Eine Besonderheit, auf die das Premierenpublikum morgen gespannt sein darf. Nach der Vorstellung wird zudem erstmalig der Niedersächsische Proskenion-Nachwuchsförderpreis für Darstellende Künste an einen jungen Schauspieler verliehen. Mehr aber wird nicht verraten. Oder mit Hamlets Worten: "Der Rest ist Schweigen."

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