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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. August 2017 | 10:59 Uhr

Jubiläum : „Hallelujah“ zum Geburtstag

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Jüdische Gemeinde Rostock feiert 20-jähriges Bestehen

Wenn Carina Castillo die Räume der jüdischen Gemeinde betritt und in der Synagoge Platz nimmt, werden Erinnerungen wach. Es sind Erinnerungen aus ihrer Kindheit, Erinnerungen an die Samstagsschule und an jüdische Feste. „Ich war oft hier. Schon als kleines Mädchen“, sagt die 24-jährige Gesangsstudentin. 1990 sind ihre Eltern nach Deutschland gezogen. „Meine Mama kommt aus der Ukraine, mein Vater hat lateinamerikanische Wurzeln. Ich bin zwischen den Kulturen aufgewachsen.“ Durch ihre Mutter kam Carina mit der jüdischen Kultur in Kontakt. Noch immer ist sie der Gemeinde verbunden. Gestern feierte die jüdische Gemeinde Rostock ihr 20-jähriges Bestehen – und Carina hat ihr mit dem Song „Hallelujah“ ein Geburtstags-Ständchen gesungen.

„Dieses Jubiläum ist ein kleines Wunder“, sagt Gemeindevorsitzender Juri Rosov, „das nur wahr wurde, weil wir mit dem Aufbau der Gemeinde immer unterstützt wurden.“

1992 wurde die jüdische Landesgemeinde wiederbelebt – mit damals 27 Mitgliedern. „Es war ein Zeichen für den Neubeginn jüdischen Lebens im Land“, betont Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU). 1994 wurde die jüdische Gemeinde Rostock gegründet. Gemeinsam mit der jüdischen Gemeinde Schwerin bildet sie den Landesverband jüdischer Gemeinden. „Das jüdische Leben in Mecklenburg-Vorpommern war nicht immer so selbstverständlich wie heute. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges lebten noch 70 Juden in Rostock. Sie wurden deportiert. Sie kamen nie zurück. Das jüdische Leben war ausgelöscht“, so Kuder. Erst die Wiedervereinigung Deutschlands ermöglichte den Neuanfang.

Seit 1996 unterstützt die Landesregierung die jüdischen Gemeinden jährlich mit 390 000 Euro. Mittlerweile besteht die Jüdische Gemeinde Rostock aus mehr als 620 Mitgliedern. Seit 2002 wird das Gemeindeleben durch Landesrabbiner William Wolff bereichert. „Die Hansestadt Rostock ist unsere Heimat geworden“, so Rosov. Er selbst kommt, wie viele seiner Gemeindemitglieder, aus der ehemaligen Sowjetunion. „Wir haben den besten Rabbiner, den man sich vorstellen kann. Er genießt unseren größten Respekt.“

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erstellt am 28.Apr.2014 | 06:00 Uhr

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