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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. November 2017 | 17:17 Uhr

Veränderung : Hafenchef geht in den Ruhestand

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Er hat Arbeitsplätze geschaffen und das Umschlaggeschäft vorangetrieben: Dr. Ulrich Bauermeister verabschiedet zum Jahreswechsel sich von der Hero.

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erstellt am 29.Dez.2014 | 12:00 Uhr

Im Überseehafen Rostock neigt sich eine Ära dem Ende zu: Der langjährige Geschäftsführer der Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock (Hero), Dr. Ulrich Bauermeister , verabschiedet sich in den Ruhestand. Mit Beginn des Jahres 2000 hatte er die Geschäftsführung der Seehafen Rostock Verwaltungsgesellschaft übernommen und diese kurz darauf in die Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock umfirmiert. Damit verdeutlichte der neue Hafenchef vom Start weg, worauf er in den folgenden Jahren besonderes Augenmerk legen würde: Möglichkeiten und Chancen für den maritimen Wirtschaftsstandort an der unteren Warnow vorausschauend auszuloten und dafür infrastrukturell sowie marketingtechnisch eine tragfähige Basis zu schaffen. „Verwaltung bedeutet Entwicklung“ , betonte der heute 67-jährige Rostocker Hafenchef schon damals. So wurden Mitte der 2000er-Jahre die Gleisanlagen im Hafen erneuert. Erst kürzlich war in den Ausbau des Terminals für den Kombinierten Verkehr (KV) neu investiert und die Jahreskapazität verdoppelt worden – eine strategische Weichenstellung, um die RoRo- und Fährverkehre von Rostock zukunftsfest zu machen und zu erweitern. Diese avancierten in den letzten 25 Jahren zum wichtigsten Standbein im Umschlaggeschäft. Zwei Drittel der Güter in Rostock entfallen auf die rollende Ladung. Die Neugestaltung des Fährterminals auf Pier I trägt in besonderer Weise die Handschrift von Ulrich Bauermeister. Inzwischen ist Rostock der größte deutsche Fähr- und Kreuzfahrthafen. Das Kreuzfahrtgeschäft in Warnemünde wurde mit der Inbetriebnahme des neuen Cruise Centers 2005 kräftig angekurbelt. Seitdem verdoppelte sich die Zahl der jährlichen Schiffsanläufe. 2014 machten 182 Kreuzfahrtschiffe in Warnemünde und im Überseehafen fest, es gab einen neuen Passagierrekord. Im größten Hafen und maritimen Gewerbegebiet der Hansestadt wollte Bauermeister vorrangig neue Arbeitsplätze schaffen. Zu den bedeutenden Firmenansiedlungen unter seinem Kommando zählen das Produktionswerk des Kranbauers Liebherr, die Ölmühle Power Oil und der Großrohrhersteller EEW. Zusammen schufen diese Unternehmen rund 2000 Arbeitsplätze. In diesem Kontext hat Bauermeister in den letzten Jahren viele Gelegenheiten genutzt, bei Anwohnern im Umland und Kommunalpolitikern für die perspektivisch notwendige Ausweitung des Hafengeländes zu werben.

Mittlerweile ist Rostocks Seehafen nach Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven der viertgrößte deutsche Seeumschlagplatz. Im Jahr 2013 gingen insgesamt 21,4 Millionen Tonnen über die Kaikanten des zugleich größten Universalhafens an der deutschen Ostseeküste.

Bevor Ulrich Bauermeister Hero-Geschäftsführer wurde, hatte er bereits umfangreiche Erfahrungen im Hafengeschäft gesammelt. Bis 1990 arbeitete der promovierte Verwaltungsfachmann mehrere Jahre als stellvertretender Abteilungsleiter Hafen und Schifffahrt in der Wirtschaftsbehörde von Hamburg. 1993 zog es ihn nach Rostock, wo er zunächst in der Stadtverwaltung der Hansestadt beschäftigt war.

In seiner Arbeit für den Überseehafen Rostock hatte Bauermeister immer die Belange der gesamten Hafenwirtschaft im Blick. Viele Jahre war er Vorsitzender des Landesverbandes Hafenwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern und vertrat dessen Interessen als stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe.

Mit Jahresbeginn 2015 werden Gernot Tesch und Jens Aurel Scharner die Nachfolge von Bauermeister antreten und die Hero-Geschäftsführung übernehmen. Sie wechseln von den Fährreedereien Scandlines und TT-Line an die neue Doppelspitze der Hafen-Entwicklungsgesellschaft.

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