zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. November 2017 | 19:52 Uhr

Hafen schafft Platz für Schüttgüter

vom

svz.de von
erstellt am 29.Aug.2012 | 10:21 Uhr

Marienehe | Der Rostocker Fracht- und Fischereihafen (RFH) will künftig noch besser auf Kundenwünsche eingehen. Darum soll eine neue Fläche für den Schüttgutumschlag erschlossen werden. Dafür gab es am Montagabend bereits grünes Licht vom Aufsichtsrat. Gestern Abend war das Vorhaben Thema im Finanzausschuss der Bürgerschaft. Denn die RFH GmbH gehört über die Rostocker Versorgungs- und Verkehrsholding (RVV) teilweise der Stadt. Mit deren Zustimmung sollen nun die nötigen Fördermittel beim Land eingeworben werden. Insgesamt geht es um ein Investitionsvolumen von rund 2,7 Millionen Euro. Davon muss der Fischereihafen einen Eigenanteil von etwa zehn Prozent, also rund 275 000 Euro aufbringen.

Wenn das Okay kommt, rollen die Bagger noch dieses Jahr

Warum die Investition so wichtig ist, erklärt Ronald Schulz, Leiter der Hafenwirtschaft im Areal in Marienehe: "Es ist die letzte verfügbare Fläche, auf die wir zugreifen können." Außerdem sei die etwa 10 500 Quadratmeter große Industriebrache direkt hinter den an der Kaikante gelegenen Kühlhäusern ideal für einen zügigen Umschlag. Denn die geringe Distanz vom Liegeplatz hin zur Operationsfläche könne mit Hilfe von Transportfahrzeugen relativ gut bewältigt werden. Darüber hinaus besteht hier eine direkte Anbindung an das Schienennetz. Und noch einen Vorteil hebt Schulz hervor: "Durch die Lage in zweiter Reihe wird die Lärm- und Staubbelästigung für die auf der Gehlsdorfer Seite gelegene Wohnbebauung verringert."

Wenn alles gut geht und der Förderbescheid aus Schwerin eintrifft, will die RFH GmbH möglichst noch in diesem Jahr mit den Arbeiten beginnen. Zunächst muss die Fläche beräumt werden. Ein Teil wird asphaltiert. Das Gros, etwa 7000 Quadratmeter, soll mit Beton befestigt werden. Schließlich muss das Zwischenlager große Lasten aushalten. Denn Kalk, Roheisen und Schotter beispielsweise sollen hier aufbewahrt werden. Außerdem verhindert der Boden eine Verunreinigung der Güter. Das sei unter anderem für Materialien wichtig, die später in Brennöfen verarbeitet werden, erklärt Schulz. Der Umschlagplatz wird in der Größe variable Boxen erhalten. Im Gegensatz zur Lagerung in Form von losen Haufen hat dies laut Schulz den Vorteil, dass sich so mehr Material auf einer geringeren Fläche ablegen lässt. Denn die Wände verhindern ein Auseinanderfließen des Schüttgutes. Eine akkurate Trennung sei so besser möglich, sagt Schulz: "Und das ist den Kunden sehr wichtig."

Ungefähr 800 000 Tonnen jährlich werden im Durchschnitt im Fischereihafen umgeschlagen. "Wir hatten auch mal einen Ausreißer", berichtet der Leiter Hafenwirtschaft. "2010 schnellte das Jahresergebnis auf eine Million Tonnen hoch." Das sei bislang noch ein einsamer Spitzenwert. Langfristig jedoch peile die RFH GmbH diese Umschlagszahl als Ziel an.

Vor allem Holz geht in Marienehe über die Kaikante. Die Hafen-Gesellschaft habe sich jedoch mehr und mehr ihre Nischen gesucht, wie Schulz erläutert. So gehören beispielsweise kleinere Kunden, die im Überseehafen keine Anlaufstellen finden, zur Klientel. Außerdem lockt das Areal, das aus dem ehemaligen Fischkombinat hervorgegangen ist, mit zahlreichen Kühlhäusern. Hier wird vor allem Fisch gelagert. Ein drittes Standbein der GmbH ist das Immobiliengeschäft. So haben sich rund 150 Firmen auf dem Gelände angesiedelt - vom kleinen Lackierbetrieb bis hin zum großen Werk für Stromaggregate.

Liegeplätze 4 und 5 sollen 2013 umgebaut werden

Auch in den kommenden Jahren hat die Fracht- und Fischereihafen GmbH viel vor. Eine neue Halle soll errichtet werden. Außerdem ist geplant, 2013 die Liegeplätze 4 und 5 im Alten Hafen umzubauen. Hier soll ein Ausrüstungskai entstehen. Damit möchte die RFH GmbH Kunden ansprechen, die in der Dienstleistungsbranche tätig sind wie beispielsweise Serviceunternehmen für Offshore-Anlagen. Darüber hinaus arbeitet die Hafenleitung an einem Entwicklungsplan, der aufzeigen soll, welche Potenziale noch vorhanden sind. Vor allem geht es dabei um Flächen und Kaikante. Denn Schulz weiß: "Der Wunsch nach immer neuer Kaikante wird auf Dauer nicht erfüllt werden können."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen