Hafen rüstet sich mit Portalkränen aus

<strong>Am KLV-Terminal</strong> setzt ein Reachstacker einen Trailer um: Die Maschinen sollen durch moderne Portalkräne ersetzt werden.<foto> Hero</foto>
Am KLV-Terminal setzt ein Reachstacker einen Trailer um: Die Maschinen sollen durch moderne Portalkräne ersetzt werden. Hero

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11. März 2013, 07:55 Uhr

Seehafen | Ausbau bei laufendem Betrieb: Bis Ende des Jahres will die Hafen-Entwicklungsgesellschaft (Hero) die Umschlagkapazität am Terminal für den Kombinierten Ladungsverkehr (KLV) verdoppeln. Derzeit liegt das Maximum bei 85 000 Ladeeinheiten pro Jahr, von denen im vergangenen Jahr allerdings nur knapp 70 000 erreicht wurden. Das entspricht dennoch einer Rekordtonnage von 1,8 Millionen und einer Steigerung um 300 000 Tonnen gegenüber 2011. Ein zentraler Bestandteil des 17 Millionen Euro teuren Um- und Ausbaus sind zwei neue, kurventaugliche Portalkräne. Sie wiegen jeweils 500 Tonnen, ragen 35 Meter in die Höhe und verfügen über eine Spannweite von 76,5 Metern. Diese Riesen sollen die drei so genannten Reachstacker ersetzen, mit denen die Container derzeit auf die Eisenbahnwaggons oder auch herunter gehievt werden. Die bisherigen Spezial-Gabelstapler können ohne Probleme bis zu 45 Tonnen schwere Lasten heben, werden mit den noch leistungsfähigeren und deutlich schnelleren Portalkränen aber überflüssig.

Letztere sollen nach Abschluss der Umbauarbeiten insgesamt fünf Gleise bedienen. Nach dem Rückbau von zwei Rampen und zwei Gleisen bis Juni vergangenen Jahres stehen aktuell nur noch zwei Gleise zur Verfügung, die allerdings verlängert wurden. Über sie werden derzeit 26 Züge des Kombinierten Ladungsverkehrs pro Woche abgefertigt, die von Rostock aus Ziele in Italien, Tschechien, Österreich sowie der restlichen Bundesrepublik ansteuern. Die Destinationen Basel und Duisburg wurden mittlerweile aufgegeben. Dafür verkehrt an sechs Tagen ein Kombizug nach Hamburg-Billwerder und Karlsruhe. Von dort aus geht es dann beispielsweise weiter ins Rhein-Main-Gebiet oder nach Süddeutschland. "Von dieser Umverteilung versprechen wir uns einen schnelleren und effektiveren Umschlag der Trailer im Terminal von Bahn auf Schiff und umgekehrt", sagt Bernd Ruß, Manager für Schienenverkehr bei der Stena-Line.

Die Rostocker erhoffen sich künftig auch mehr Fracht über die Achse Rotterdam und Hamburg, über deren Häfen ein Großteil des transatlantischen Schiffsverkehrs abgewickelt wird. Besonders eilige Ware werde von dort bislang noch vorwiegend über die Straße in die Ostseeregion transportiert - obwohl die Bahn erhebliche Zeit- und Kostenvorteile ermögliche. Mit ihr können die Güter in nur 39 Stunden von Rotterdam über Rostock nach Trelleborg und in 61 Stunden nach Helsinki befördert werden. Finnlines hat letztere Route sogar noch einmal um mehrere Stunden verkürzt, indem die Schiffe der Reederei künftig Zwischenstopps im polnischen Gdynia auslassen.

Hauptinvestor der Terminal-Umbauarbeiten in Rostock ist das Eisenbahn-Bundesamt, das 70 Prozent der Kosten übernimmt. Dennoch beträgt der Eigenanteil der Hero noch mehr als fünf Millionen Euro. Die Investition steht auch in Zusammenhang mit der Aufnahme des Rostocker Hafens in das Transeuropäische Eisenbahnnetz (Ten) durch die EU. Dieses definiert die Hauptverbindungsachsen für die Warenströme innerhalb der Europäischen Gemeinschaft. Rostock spielt dabei eine entscheidende Rolle als Durchlaufstation für Waren in oder aus Richtung Skandinavien, Baltikum sowie Süden.

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