Rostock : Hafen im Aufwind

Scandlines-Fähre „Kronprins Frederik“ im Seekanal: Der Neubau „Berlin“ soll im Oktober auf die Strecke Rostock–Gedser gehen.
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Scandlines-Fähre „Kronprins Frederik“ im Seekanal: Der Neubau „Berlin“ soll im Oktober auf die Strecke Rostock–Gedser gehen.

Bei der Hanse Sail wurde Zwischenbilanz gezogen: Zehn Prozent Plus im ersten Halbjahr 2015.

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10. August 2015, 07:00 Uhr

Die Häfen der Hansestadt sind weiter im Aufwind. Das verdeutlichten bei ihrem Sail-Törn mit dem Salon-Motorschiff „Stadt Kiel“ sowohl die Chefs der hier agierenden Fährreedereien als auch der Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock (Hero). Im ersten Halbjahr 2015 gingen 14,2 Millionen Tonnen Güter über die Kaikanten – das meiste davon mit 13,1 Millionen im Überseehafen. Das bedeutet ein Umschlagplus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Rostock liegt damit wieder auf Vorkrisenniveau und ist einer der wachstumsstärksten deutschen Häfen, erklärten die Hero-Geschäftsführer Jens A. Scharner und Gernot Tesch. Allein im rollenden Verkehr, der für 56 Prozent des Güterumschlags sorgt, wurde mit 7,4 Millionen Tonnen ein Zuwachs von 13 Prozent erzielt. Und auch in anderen Bereichen, insbesondere bei trockenen Massengütern, konnte zum Teil deutlich zugelegt werden. Allein zwei Millionen Tonnen Getreide wurden umgeschlagen, rund 250 000 Tonnen mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Zur guten Bilanz tragen die Projektverladungen von Liebherr, EEW und Nordex bei. Sie finden zwar weniger in Umschlagszahlen ihren Ausdruck, erweisen sich aber immens wertschöpfend für die Region, so Tesch. Er verweist auf die aktuelle Verladung der ersten beiden Brückenkräne für den russischen Hafen Bronka, die nach der Sail mit einem Ponton gen St. Petersburg geschleppt werden.

Die Flächen im Hafenareal sind knapp geworden. Die Hero, so ihre Chefs, sei dabei, weiter zu erschließen. Die vor Anker auf Reede auf ihre Beladung vielfach lange wartenden Getreidefrachter zeigen aber auch auf notwendig gewordene sowohl see- und landseitige Investitionen. Dazu gehöre neben der Vertiefung des Seekanals ein weiterer Getreidebelader und zusätzliche Lagerkapazitäten, so Tesch und Scharner, die auch die Umschlagsbetriebe und Getreidehändler in Verantwortung sehen.

Den gewachsenen Anforderungen im Ro/Ro-Verkehr, insbesondere von Finnland, trägt bereits ein weiterer Ponton-Anleger Rechnung. Das Umsetzen einer Rampe und Gangway am Fährterminal verbessert die Möglichkeiten der TT-Line, die damit auch ihre Premiumschiffe flexibler einsetzen kann, wie TT-Geschäftsführer Bernhard J. Termühlen betont. Auch die anderen Fährreedereien können auf gewachsene Leistungen bauen. Scandlines-Manager Morten Haure-Petersen verweist auf die beiden Neubauten, mit denen doppelte Kapazitäten geboten werden und die voraussichtlich im Herbst den Betrieb aufnehmen können – zunächst im Oktober die „Berlin“ aus der Werft in Odense. Auch Stena Line und Svenska Orient Line (SOL) ziehen eine positive Zwischenbilanz. Sie alle setzen auf ein weiteres Wachstum im kombinierten Verkehr

Die „Trelleborg“, so ihr neuer Routenchef für Deutschland, Ron Gerlach, kommt nach der Sail doch noch einmal in den Rostocker Stadthafen zurück. Ein Verholen nach Schweden sei vorerst nicht vorgesehen. Gerlach: „Wir evaluieren weiterhin künftige Einsatzmöglichkeiten.“

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