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Norddeutsche Neueste Nachrichten

13. Dezember 2017 | 06:37 Uhr

Robbenforscher : Haben Seehunde Zeitgefühl?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Doktorandin Tamara Heinrich trainiert im Robben-Forschungszentrum mit Luca. Die Station in Rostock Hohe Düne lässt Arbeitsboot generalüberholen

svz.de von
erstellt am 06.Jun.2014 | 06:00 Uhr

Im Robben-Forschungszentrum gibt es   derzeit  spannende Neuigkeiten:  Am Fuß der Warnow-Ostmole ist jetzt eine Informationstafel des Ozeaneums Stralsund installiert, auf der Informationen zu Robben und Schweinswalen in der Ostsee und Verhaltensregeln für die Menschen stehen“, sagt Diplom-Physiker Lars Miersch vom Marine Science Center (MSC), wie die offizielle wissenschaftliche Bezeichnung der Einrichtung lautet.

Bei der richtigen

Antwort gibt es FischDort läuft seit September ein spannendes Experiment: Doktorandin Tamara Heinrich erforscht innerhalb eines dreijährigen Stipendiums das Zeitgefühl von Robben. „Das ist noch nicht untersucht worden“, sagt die Biologin. Seehund Luca wird in dem Experiment darauf trainiert, Zeitspannen wahrzunehmen und zu unterscheiden. „Wir testen das, indem wir dem Tier unterschiedlich lange Bilder auf einem Bildschirm zeigen und das Tier entscheiden lassen, welches länger gezeigt wurde“, sagt Heinrich. 

Der  Seehund hat bei dem Experiment seinen Kopf in einem Ring und signalisiert mit dem Antippen einer Kugel auf der linken oder auf der rechten Seite, ob es länger oder kürzer war. Wenn es falsch war, antwortet die Wissenschaftlerin mit einem „Nein“, bei der richtigen Antwort gibt es zur Belohnung Fisch. Das Zeitgefühl ist für die Tiere von großer Bedeutung, gerade um einzuschätzen, wie lange sie schon unterwegs waren oder welche Strecke sie in welcher Zeit zurücklegen können. Tamara Heinrich hat übrigens noch einen besonderen Experten unter ihren Tieren. Seehund Nick hat sich von alleine auf das Bringen von Fundsachen vom Boden des Beckens spezialisiert. Manchmal bringt er Muscheln oder auch Brillen und will die Sachen gegen Fisch eintauschen.

„Außerdem wird  unser Arbeitsboot für die Arbeit mit den Tieren auf der offenen Ostsee umgebaut“, sagt Miersch.  Voraussichtlich wird es in der nächsten Woche aus dem Maritime Service Martens kommen – das ist eine  Rostocker Werft für Spezialumbauten. Das Spezialboot wird mit einer Überdachung ausgestattet und einem Geräte-Träger. Es ist für das Training auf der Ostsee gedacht. „Es geht hier vor allem um Orientierungs-Experimente in der freien See und auf einer größeren Fläche“, sagt Miersch. Die Tiere werden darauf trainiert, bei einem Recall-Signal wieder zum Boot zu schwimmen. „Das Training hierfür läuft mit Hochdruck und wir rechnen fest damit, in diesem Sommer zum ersten Mal mit einem Tier ausfahren zu können.“ Ein Restrisiko, dass die Tiere nicht zurückkommen, bleibt immer. „Wir haben sie  gut vorbereitet“, sagt Miersch. Außerdem seien Robben und Seehunde  von Natur aus anhänglich und würden voraussichtlich sogar von selber zur Station zurückkommen. Das  Robben-Forschungszentrum auf der Ostmole  ist bis Oktober täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

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