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Maritime Wirtschaft : Gute Chancen für Rostocker Hafen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Prognose aus Bremen verdeutlicht Möglichkeiten. Effekte durch Ansiedler.

svz.de von
erstellt am 29.Okt.2014 | 07:33 Uhr

Der Rostocker Hafen hat bessere Aussichten, als sie die Seeverkehrsprognose des Bundes bislang darstellt. Das machte gestern Prof. Burkhard Lemper, Direktor des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik Bremen, beim 11. Baltischen Verkehrsforum in der Aula der Uni Rostock deutlich. Bei seiner Wertung der Entwicklungstendenzen des Hafens bescheinigte er Rostock bis 2030 Wachstumschancen um durchschnittlich 3,6 Prozent pro Jahr, wobei er insbesondere bei trockenen Massengütern mit bis 4,4 Prozent pro Jahr und für rollende Verkehre gute Möglichkeiten sieht.

Um die vorhandenen Potenziale künftig voll auszuschöpfen, sind weiter Investitionen der Infrastruktur vonnöten. Dazu gehört die Vertiefung des Seekanals, wofür Karsten Thode, Dezernatsleiter in der Generaldirektion der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung dem Rostocker Projekt ein günstiges Kosten-Nutzen-Verhältnis bescheinigt. Er machte aber auch den hürdenreichen Weg deutlich, der bis zur Bauausführung zu gehen ist. In Rostock wären 5,6 Millionen Kubikmeter Erdreich auszubaggern, damit künftig bis zu 15 Meter tiefgehende Schiffe den Hafen ansteuern können.

Dafür, so der Bundestagabgeordnete Eckhardt Rehberg (CDU), sei es eine Herausforderung, auch die entsprechenden Finanzmittel zu sichern. Im Haushaltsausschuss will er dafür kämpfen.

Dass der Hafen nicht nur als Güterschleuse seine Zukunft sehen darf, veranschaulichte Dr. Ulrich Bauermeister, Geschäftsführer der Hafen-Entwicklungsgesellschaft (Hero). Er machte deutlich, dass langfristige Flächenvorsorge vonnöten sei – sowohl für den Umschlag als auch für Wertschöpfung durch Dienstleistungen und Logistik sowie durch Industrieansiedlungen. Dafür, so Bauermeister, gelte es ansiedlungreife Flächen parat zu haben; ansonsten würden Investoren von vornherein abwinken. Wirtschaftliche Effekte durch die Seeverkehrswirtschaft verdeutlichte Prof. Martin Benkenstein von der Universität Rostock, der gerade wieder eine entsprechende Studie erarbeitet. Ein Beispiel ist der Kranbauer Liebherr. Im Rostocker Werk, so Geschäftsführer Thomas Müller, haben inzwischen 1500 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz gefunden, dazu kommen weitere 150 am Standort Lubmin. Bis hin zur Minimierung von Emissionen durch die Schifffahrt war die Bandbreite der Themen gesteckt. Moderator Karl-Heinz Breitzmann, der Tendenzen und Strukturveränderungen des maritimen Ostseeverkehrs auslotete, konnte abschließend ein erfolgreiches Fazit ziehen.

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