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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. November 2017 | 07:39 Uhr

Verkehr : Gustke schickt Gigaliner los

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Landesregierung erteilt der Spedition Freigabe zur Teilnahme am bundesweiten Feldversuch.

von
erstellt am 21.Mai.2015 | 09:00 Uhr

Berufskraftfahrer Christian Laubner hat jetzt stolze 25,5 Meter hinter seiner 440-PS-Zugmaschine: Er steuert den ersten Gigaliner, der Rostock und Hamburg ab sofort je zweimal an fünf Tagen der Woche verbindet. „Für die Freigabe haben wir drei Jahre gekämpft“, sagt Stephan Gustke, Geschäftsführer der gleichnamigen Rostocker Spedition. In letzter Sekunde habe die Landesregierung entschieden, am bundesweiten Feldversuch teilzunehmen.

Dank eines zusätzlichen Anhängers kann der Lang-Lkw 54 statt 34 Europaletten transportieren. Das Gewichtslimit von 40 Tonnen bleibt aber bestehen. „Wir sind sonst mit drei Lkw gefahren, um die Ware in Hamburg abzuholen, jetzt fahren wir nur noch zweimal“, sagt Gustke. Das spare jährlich 145 000 Kilogramm Kohlenstoffdioxid und zudem Personal ein. Um seinen Job fürchten müsse aber keiner der Angestellten, im Gegenteil: „Wir haben einen absoluten Fachkräftemangel in unserer Branche.“ Das betreffe insbesondere qualifizierte Kraftfahrer.

Mittlerweile hofft das Unternehmen schon auf Bewerber aus dem Ausland, beispielsweise aus Polen. Erlaubt ist der Einsatz der Gustke-Lang-Lkw nur auf den Autobahnen 19, 20 und 1 bis zum Logistikzentrum eines multinationalen Großhändlers für Food- und Non Food-Produkte im Großraum Hamburg. Zwar dürfen die Gigaliner zu jeder Tageszeit eingesetzt werden. „Schwerpunktmäßig werden sie aber in den Abend- und Nachtstunden fahren“, sagt Gustke. Das würden schon die Lieferketten bedingen. Transportiert werden Handelsgüter für Tankstellen-Shops, Getränkefachmärkte, Kaufhäuser, Lebensmittelmärkte, Bäckereien, Kantinen und Convenience-Stores.

„Die Verantwortung ist schon höher als mit einem normalen Lkw, man muss besser aufpassen“, sagt Laubner, der schon seit 1979 auf dem Bock sitzt. Die ganze Handhabung ändere sich durch den zusätzlichen Anhänger enorm. Aber genau diese Herausforderung mache den Reiz seiner Arbeit aus: „Natürlich macht das Spaß – ich bin nicht Berufskraftfahrer geworden, weil ich vorne dumm rumsitzen und mich langweilen will.“

Den Anhänger hat die Spedition bereits vor drei Jahren für 50 000 Euro angeschafft. „Das war für uns ein großes Risiko“, sagt Gustke, der die Landesregierung seitdem immer wieder zur Teilnahme am Feldversuch aufgefordert hatte. Jetzt darf er den Anhänger bis 2017 einsetzen, muss aber jede Tour an das Bundesamt für Straßenverkehr melden.

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