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17. Dezember 2017 | 22:39 Uhr

Gustke: Hand in Hand in die Zukunft

vom

svz.de von
erstellt am 30.Aug.2013 | 06:34 Uhr

Rostock | Vom Ein-Mann-Unternehmen zur Firma mit 220 Angestellten, mehr als 100 Fahrzeugen und einem Jahresumsatz von 15 Millionen Euro - Gustke Logistik hat das geschafft. Gestern feierte die Spedition am heutigen Standort im Güterverkehrszentrum Rostock sein 80-jähriges Jubiläum. Und Geschäftsführer Stephan Gustke aus der dritten Generation der Inhaberfamilie will weiter zulegen: "Es ist unsere ganz klare Ausrichtung, dass wir auch überregional wachsen wollen, um den Standort Rostock abzusichern."

Schon jetzt unterhält das Unternehmen auch Lager in Güstrow und Bad Segeberg in Schleswig-Holstein. Jährlich werden in ganz Deutschland mehr als 250 000 Sendungen mit umgerechnet rund 400 000 Tonnen Gewicht transportiert. Längst handelt es sich dabei nicht mehr nur um Baumaterial oder Spirituosen wie noch in den Anfangsjahren. Heute deckt das Leistungsspektrum vom Kunststoffgranulat über Lebensmittel bis zu Gefahrgut beinahe jede nur denkbare Fracht ab.

Am liebsten würde Gustke in Zukunft auch Gigaliner, also Lkw mit Überlänge, einsetzen. Dafür fehlt bislang allerdings die Freigabe der Landesregierung. Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) kündigte gestern für die kommenden Wochen eine Konferenz mit Vertretern der Branche an. "Ich bin davon überzeugt, dass wir eine kreative und gute Lösung finden werden", so Schlotmann. Darüber hinaus wolle er sich auch gegen eine weitere Ausdehnung der Mautpflicht einsetzen. "Es gibt da derzeit schon wieder Begehrlichkeiten - aber dann hätten wir bald auf jeder Straße Maut und das kann nicht sein", sagt der Minister. Auch in dieser Frage wolle er sich Rat aus der Branche holen, bevor er in wenigen Wochen zu einer bundesweiten Sonderverkehrskonferenz reist.

Um solche Fragen brauchte Firmengründer und Stephan Gustkes Großvater Heinrich Gustke sich 1933 noch keine Gedanken machen. Er etablierte das damalige Ein-Mann-Unternehmen auf seinem kleinen Grundstück in der Schweriner Straße. Sein Sohn Manfred stieg 1957 ins Geschäft ein, nachdem er mit 17 Jahren seinen Führerschein gemacht hatte. Später übernahm er das Unternehmen: "Ich war alles in einer Person: Pförtner, Fahrer, Schlosser." Seine Freizeit verbrachte er in der Garage unterm Lkw. Leicht sei es damals in der DDR nicht gewesen. "Es gehörte schon sehr viel Verantwortungsbewusstsein dazu, die Firma als eigenständig zu erhalten", sagt er. Dass das Unternehmen anders war, zeigte auch der Besuch eines Defa-Mitarbeiters auf Requisitensuche - Gustke war der einzige Spediteur im ganzen Land, der über farbige Lkw verfügte. Richtig schwierig sei es dann nach der Wende geworden, so Manfred Gustke. Die Fahrer waren mit der Technik der West-Lkw überfordert und das nötige Buchhaltungswissen war ebenfalls fremd.

"Das war alles Neuland für uns." Dennoch schreckten er und sein Sohn Stephan nicht davor zurück, 1994 für zwei Millionen DM eine Halle im Güterverkehrszentrum zu bauen - der Grundstein für die weitere Erfolgsgeschichte.

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