Begleitung in schwerer Zeit : Gruppe stützt trauernde Kinder

Gemeinsam trauern hilft: Madlen Grolle-Döhring (l.) und Rebecca Hoch begleiten junge Leute bei der Bewältigung eines Verlustes.
Gemeinsam trauern hilft: Madlen Grolle-Döhring (l.) und Rebecca Hoch begleiten junge Leute bei der Bewältigung eines Verlustes.

Die Rostockerinnen Rebecca Hoch und Madlen Grolle-Döhring helfen Nachwuchs bei der Verarbeitung von Todesfällen.

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05. März 2015, 07:00 Uhr

Ob die geliebte Großmutter nach einer langen Krankheit gestorben ist oder ein Todesfall in der Nachbarschaft eintritt: Früher oder später werden Kinder mit dem Thema Tod konfrontiert. „Kinder leben in einer Fantasiewelt und wenn sie über dieses Thema nicht richtig aufgeklärt werden, stellen sich die Kleinsten dies oftmals ganz besonders schlimm und dunkel vor. Nur deswegen bekommen sie Angst vor dem Tod“, erklärt Rebecca Hoch, ausgebildete Trauerbegleiterin für Kinder und Jugendliche.

Gemeinsam mit Madlen Grolle-Döhring gründet die 30-Jährige die erste – und bisher einzige – Trauergruppe für Kinder und Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern. „Durch meine Arbeit im Kinderhospiz habe ich oft Anfragen für eine Begleitung von Betroffenen“, erzählt die 34 Jahre alte Madlen Grolle-Döhring. So sei die Idee für die Gruppe entstanden. „Mittlerweile haben mir auch schon mehrmals ältere Jungen und Mädchen gesagt, dass sie sich in der frühen Phase der Trauer Begleitung gewünscht hätten.“ Dies bestärkt die beiden Frauen zusätzlich in ihrer Arbeit.

Ziel sei es, dass die Kinder selbst erkennen, welch verschiedene Arten der Trauer es gibt und wie man diese ausdrücken kann. Die Mädchen und Jungen sitzen dann mit den beiden Trauerbegleiterinnen zusammen und wollen auf diese Weise die Erinnerungen an den Verstorbenen wach halten und den individuellen Trauerweg fördern. „Das Unaussprechliche wird bei uns sprechbar gemacht. Und es darf alles gesagt werden“, so Madlen Grolle-Döhring weiter. Dennoch sollte sowohl den Eltern als auch den Kindern klar sein, dass diese Begegnungszeit keine therapeutische Behandlung ersetze.

Es werden aber nicht nur die Kinder involviert, sondern auch die Eltern, Erzieher oder Lehrer sollen mitziehen. „Je nach Absprache mit den Gruppenmitgliedern werden wir die Eltern vor, während und nach der Trauergruppe informieren. Und auch sie können sich bei uns treffen und sich gegenseitig unterstützen“, fügt Rebecca Hoch hinzu.

Das Projekt ist ein spendenbasiertes Angebot, das mithilfe des Dachverbandes Caritas und der Diakonie verwirklicht werden konnte. „Da es keine Förderung für solche Gruppen gibt, hilft uns das Vertrauen der Vereine sehr“, sagt Madlen Grolle-Döhring. Bei einem Informationsabend am 30. März im Brunnenhof, August-Bebel-Straße 32b, wollen die beiden den Eltern dieses Projekt näherbringen, um vorherige Anmeldung wird gebeten.

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