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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Dezember 2017 | 12:08 Uhr

Rostock : Grundmine vor Rosenort gesprengt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Minen-Explosion auf hoher See. Moderne Technik senkt Gefahren für Meeressäuger um 90 Prozent.

svz.de von
erstellt am 12.Sep.2014 | 06:00 Uhr

Wenn 700 Kilogramm in die Luft fliegen, macht das eigentlich ordentlich Krach. Bei der Sprengung einer Grundmine vor der Küste des Landstrichs Rosenort bei Markgrafenheide bekamen die Strandgänger allerdings kaum etwas davon mit. Zu weit draußen spielte sich das Spektakel gestern Nachmittag ab, sodass aus der Ferne nur eine winzige Wasserfontäne zu sehen war.

Trotzdem ist das Minensprengen generell nicht ohne, weiß Robert Mollitor, Leiter vom Munitionsbergungsdienst Mecklenburg-Vorpommern. „Zur Sicherheit wurde ein Bereich eingerichtet, der von Schiffen geräumt wird – erfahrungsgemäß mindestens eine Seemeile um den Sprengort.“ Die Wasserschutzpolizei hat das Gebiet dafür gesperrt. Davor nicht geschützt seien aber Meeressäuger wie Robben, wenn diese zu dicht an die Mine heranschwimmen.

Bei der gestrigen Sprengung der in zehn Metern Tiefe liegenden britischen Grundmine vom Typ A Mark I unternahm der Munitionsbergungsdienst alle notwendigen Schutzvorkehrungen, um die Tiere nicht zu gefährden. „Zunächst wurden Geräuschbojen und ein akustischer Seehund-Vergrämer eingesetzt, die Ultraschallgeräusche aussenden, um Meeressäuger aus dem unmittelbaren Umfeld zu verscheuchen“, so Mollitor.

Das Arbeitsschiff „Mira A“ von der Lübecker Firma Hydrotechnik wurde anschließend damit beauftragt, mit einem perforierten Luftschlauch einen Radius von 70 Metern um den Blindgänger zu legen. Der Ring aus Luftbläschen sorge dafür, dass der Schallimpuls gedämpft wird, so der Sprengexperte. Mit 90-prozentiger Sicherheit würden Meeressäuger dadurch nicht gefährdet.

Taucher des Bergungsdienstes brachten eine Vernichtungsladung von einigen Kilogramm Sprengstoff unmittelbar an der Mine an, um diese dann elektrisch fern zu zünden. „Durch die Detonation wird der Sprengstoff der Mine mit initiiert“, erklärt Mollitor.

Die englische Grundmine hat einen Durchmesser von 45 Zentimetern und ist mit 340 Kilogramm TNT geladen. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg von einem Flugzeug abgeworfen und mit einem Fallschirm abgebremst. Danach sank sie auf den Meeresgrund. Sie sollte ursprünglich auslösen, sobald die Stelle von einem Schiff überfahren würde. Die Änderung des Magnetfeldes, des Drucks oder des Geräuschpegels oder eine Kombination dessen sorgten dafür, dass die Mine detonierte. Bei dem Blindgänger vor Rosenort geschah dies jedoch nicht.

Entdeckt wurde der Blindgänger im Juli von den Rostocker Baltic-Tauchern, die die Trasse für das Anschlusskabel des Offshore-Windparks Baltic 2 untersuchten.

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