Grüne tragen Atomfässer durch Rostock

Zwei Jahre nach Fukushima erinnern Grüne-Politiker aus  Rostock, wie Johann-Georg Jaeger (l. vorn), an die Atomkatastrophe und positionieren sich klar gegen Kernkraft. geos
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Zwei Jahre nach Fukushima erinnern Grüne-Politiker aus Rostock, wie Johann-Georg Jaeger (l. vorn), an die Atomkatastrophe und positionieren sich klar gegen Kernkraft. geos

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12. März 2013, 09:31 Uhr

Rostock | Mit Attrappen von Atomfässern, teilweise in Schutzanzügen und mit Fahnen, hat sich ein kleine Gruppe der Partei Bündnis 90/Die Grünen gestern um 14.15 Uhr auf dem Doberaner Platz versammelt und zum Universitätsplatz aufgemacht.

"Wir erinnern an die Ereignisse in Fukushima und setzen uns dafür ein, in Deutschland am Atomausstieg festzuhalten", hallte es gestern alle hundert Meter auf dem Weg der Gruppe. Ulrich Söffker (48) von den Grünen war am Megafon, ein einzelnes Polizei-Auto fuhr mit der Gruppe. Einige Passanten schlossen sich an. Ihre "Atomfässer" mussten die Demonstranten tragen oder auf Karren legen. Das Rollen der Tonnen war ihnen vom Ordnungsamt untersagt worden, um Pflasterschäden zu vermeiden. Aufsehen erregten sie dennoch, auch mit der Dokumentation der Ereignisse in Fukushima: Am 11. März 2011 erreichten die ersten Primärwellen eines Erdbebens das Kraftwerksgelände in Fukushima. Sie lösten damit eine Schnellabschaltung dreier Reaktoren aus. Die Kraftwerksblöcke wurden zerstört, die Umgebung großflächig mit Strahlung verseucht. Weite Teile um den Reaktor gelten noch als Sperrgebiet. Die Bewohner bekamen nur geringe Entschädigungen. Mit welchen Spätfolgen sie zu rechnen haben, ist auch zwei Jahre später noch nicht absehbar.

"Die Ereignisse in Japan haben nach der Katastrophe von Tschernobyl gezeigt, dass es keine sicheren Atomkraftwerke gibt oder geben kann", sagte der Vorsitzende des Grünen-Kreisverbandes, Johann-Georg Jaeger. Es müsse konsequent am Atomausstieg und an der Umstellung auf erneuerbare Energien festgehalten werden. Landtagsabgeordneter Johannes Saalfeld betonte auch, dass nicht mal das Argument, Atomstrom sei günstig, greife. "Der Preis für Atomstrom, der auf der Stromrechnung steht, ist kein ehrlicher." Schließlich sei die Frage der Endlagerung nicht geklärt, sodass erhebliche Kosten noch ausstünden.

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