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Rostock : Gründen Kleingärtner der Hansestadt Partei?

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Verbandschef lässt trotz Absage Hintertür offen und will Parzellen erhalten

Um ihre Interessen besser in der Stadtpolitik durchsetzen zu können, liebäugeln Rostocks Kleingärtner seit Langem mit der Gründung einer eigenen Partei. Derzeit sei das zwar kein Thema, erklärt der Vorstandsvorsitzende des Verbands der Gartenfreunde, Christian Seifert: „Wir suchen den Konsens mit den Fraktionen der Bürgerschaft und werden sehen, wer unsere Interessen am besten vertritt.“ Aber er ergänzt zugleich: „Wenn das keiner schafft, müssen wir eine andere Lösung suchen.“ Und die könnte dann doch die eigene Partei sein. Der Verbandschef bestätigt: „Es ist richtig, dass es ein fertiges Konzept gibt und schon länger in der Schublade darauf wartet, rausgeholt zu werden.“

Wie viele der Parzellenpächter im Verband will auch er verhindern, dass weitere Rostocker Kleingärten dem Wohnungsbau oder anderen Zwecken geopfert werden. In den vergangenen Jahren war das beispielsweise auf dem Groten Pohl in der Südstadt, bei der Anlage Deutsche Reichsbahn in Warnemünde oder auch der Anlage Sonnenblume der Fall. Doch mit der wieder steigenden Einwohnerzahl werden auch die Gärten als Erholungsraum begehrt. Praktisch gebe es in den derzeit 153 Vereinen in der Hansestadt mit ihren mehr als 15 000 Parzellen keinen Leerstand, so Seifert. 40 000 Rostocker hätten hier die Möglichkeit, ihren Alltag zu entschleunigen und die Ruhe und Natur zu genießen. Vor diesem Hintergrund sei es sogar notwendig, neue Kleingartenflächen auszuweisen, statt die alten weiter zu reduzieren.

Die Bürgerschaft teilt diese Einschätzung. Sie hatte in ihrer Sitzung Anfang April die Stadtverwaltung beauftragt, geeignete Flächen für diesen Zweck zu identifizieren. So sollen zum einen wegfallende Parzellen ersetzt, aber auch ganz neue Grünflächen geschaffen werden. In diese Suche soll laut Beschluss auch der Landkreis eingebunden werden, der über deutlich mehr mögliche Standorte als die Hansestadt selbst verfügt. Ihre Ergebnisse soll die Verwaltung der Bürgerschaft bis zum ersten Quartal des kommenden Jahres vorlegen.

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erstellt am 06.Mai.2016 | 05:00 Uhr

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