Große Überraschung in Berlin: Empor schlägt die Füchse mit 26:21

 <strong>Akrobatische Aktion von Jens Dethloff</strong> während des 26:21-Überraschungssieges des HC Empor bei den Füchsen Berlin (rechts Jonas Thümmler).  <foto>Jan Kuppert</foto>
Akrobatische Aktion von Jens Dethloff während des 26:21-Überraschungssieges des HC Empor bei den Füchsen Berlin (rechts Jonas Thümmler). Jan Kuppert

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29. Juli 2012, 06:27 Uhr

Berlin | Das hatte wohl niemand erwartet: Handball-Zweitligist HC Empor Rostock vermasselt den Füchsen Berlin den Saisonauftakt. Nicht der Champions-League-Teilnehmer setzte vor 2000 Zuschauern im Horst-Korber-Sportzentrum die Akzente, sondern der als 26:21-Sieger vom Parkett gehende HCE. Bereits zur Pause hatte das Team von Dr. Rastislav Trtik mit 14:11 geführt und dem bis auf Børge Lund in Best-

besetzung antretenden Starensemble aus der Hauptstadt vor allem mit einer guten Defensivleistung wenig Chancen ermöglicht. Das Bemerkenswerte: Rostock musste nicht nur auf Linkshand Gabor Langhans (noch nicht vollständig auskurierte Fußverletzung) verzichten, dem Coach standen zudem einschließlich der Torhüter nach zehn Minuten nur noch zehn Spieler zur Verfügung. Tom Wetzel schied nach Oberschenkelblessur aus (5.). Gleiches "Schicksal" dann für Vyron Papadopoulos. "Wir müssen die genaue ärztliche Diagnose abwarten. Beide werden am Mittwoch gegen den THW Kiel (19 Uhr Stadthalle) auf keinen Fall auflaufen können", sagte Trtik.

Wie die Männer von der Küste die Ausfälle wegsteckten, nötigte Hochachtung ab. In der Deckung wurde richtig Beton angemischt. "Wir wollten über eine sichere, aggressive Abwehr kommen. Die taktische Vorgabe wurde sehr gut umgesetzt", freute sich der Coach und zollte besonders den Mittelleuten Sven Thormann sowie Maic Sadewasser Lob. Neuzugang Jan Kominek in Halbzeit eins und Oliver Schröder nach der Pause konnten sich zwischen den Pfosten mehrfach auszeichnen. "Sie arbeiteten einwandfrei mit ihren Vorderleuten zusammen", urteilte Trtik.

Mit dem in der Defensive gewonnenen Selbstvertrauen wurden dem Dritten der 1. Bundesliga 2011/12 auch im Vorwärtsgang so einige Rätsel aufgegeben. Kreso Ivankovic und Florian Zemlin führten geschickt Regie, ließen den Ball schnell laufen, setzten mit Übersicht ihre Nebenleute ein und wurden selbst torgefährlich. "Sven Thormann mit seiner Erfahrung sowie Christoph Wischniewski brachten die Füchse ein ums andere Mal in Verlegenheit", ergänzte der tschechische Trainer. "Insgesamt war das eine sehr gute Teamleistung. Norbert Henke (sein Vorgänger, jetzt Geschäftsführer - d. Red.) hat mir eine Mannschaft übergeben, in der ein guter Geist herrscht."

Trtik, dem es "ohne Rücksicht auf das Resultat hauptsächlich um die Umsetzung der vorgegebenen taktischen Maßnahmen" ging, musste nur kurz nach dem Wechsel wirklich eingreifen. "Wir lagen auf einmal drei Tore hinten. Da beendete Rastislav mit einer Auszeit den Zwischenspurt der Füchse", informierte Bundesliga-Obmann Jürgen "Waffi" Rohde.

Konstantin Igropulo (5) und Bartlomiej Jaszka (4) als erfolgreichste Berliner Werfer hatten gemeinsam mit dem deutschen Nationalspieler Sven-Sören Christophersen die Akzente beim hohen Favoriten gesetzt. Doch Empor fing sich wieder, setzte am "Rostock-Day" zum Endspurt an und schaffte nach Niederlagen der C- (13:28), B- (15:34) und A-Jugend (23:45) die Sensation. Einzige Wermutstropfen waren die Ausfälle von Wetzel und Papadopoulos.

HC Empor: Kominek, Schröder- Dethloff 4, Ivankovic 3/1, Höwt 2, Gruszka 1, Thormann 6, Sadewasser 2, Papadopoulos 1, Wischniewski 4, Zemlin 3, Wetzel

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