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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. November 2017 | 23:26 Uhr

Aufmarsch : Großdemonstration für das Volkstheater

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der freischaffende Musiker und Komponist Johann Pätzold mobilisiert Tausende für die Aktion in Rostock.

svz.de von
erstellt am 15.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Mehr als 6000 Menschen sind schon informiert, mehrere hundert haben bereits zugesagt und es werden mehr. Am 5. November werden sie sich auf dem Neuen Markt versammeln, um für das Volkstheater zu demonstrieren. Den Höhepunkt soll der Protest, der von 10 bis 20 Uhr angemeldet ist, um 16 Uhr finden. Dann startet die Bürgerschaftssitzung, bei der auch die Zielvereinbarung zwischen Stadt und Land und damit die Schließung von Musik- und Tanztheatersparte besprochen, womöglich entschieden wird.

Organisiert hat die Demo der freischaffende Musiker und Komponist Johann Pätzold und über Facebook eine Großgruppe mobilisiert. Das Theater ist ein über Jahrhunderte gewachsenes Kulturgut, sagt er. Es leichtfertigen haushaltspolitischen Entscheidungen zum Opfer zu machen, sei der falsche Weg. „Das Theater ist ein Bildungsträger“, so der Musiker – für Kinder und für Erwachsene. Viel zu oft werde es aber wie ein Unterhaltungsbetrieb behandelt, der sich nur nicht rechnet. „Unwirtschaftlich sind auch Schulen, aber niemand würde sie deshalb schließen“, so der Komponist weiter. Bildung und Kultur kosten in jeder Stadt. Das mache sie aber nicht weniger wertvoll. Im Theater werden kritische Themen aufgearbeitet, die Menschen emotional unmittelbarer angesprochen „als in jedem Blockbuster oder Liebesfilm“, sagt Pätzold. Es sei echt. So wie die rund 70 Stellen, die an den beiden Sparten hängen. Mit deren Wegfall sieht Pätzold auch die Vielfalt am Theater brechen. „Rostock wäre erst der Anfang“,meint er. Pätzold geht davon aus, dass das Theater noch weiter gedrückt wird: „Wenn Stadt und Kultusminister damit durchkommen, werden andere folgen, mehr Theater zusammenbrechen.“ Dass ausgerechnet MVs Minister für Kultur, Mathias Brodkorb (SPD), sich für den Abbau einsetzt, sei ungeheuerlich. Damit täte er auch der freien Kultur keinen Gefallen, die brauche das Theater. Auch für sie sei es ein Arbeitgeber, ein Motor für die Region. So wie das Theater auch ein wichtiger Standortfaktor für die Ansiedlung von Unternehmen sei. Zur Demo haben die Organisatoren Größen wie Gregor Gysi (Linke), Schauspieler und Künstler eingeladen. Es wird eine Podiumsdiskussion geben, die lokale Kulturszene wird sich zeigen – vor dem Rathaus für Rostock.

 

Hier geht es zur Facebook-Seite von "Wir retten das, was uns gehört! Das Volkstheater Rostock bleibt!"

 

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