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24. November 2017 | 12:26 Uhr

Groß Klein: Hafenkante kommt 2013

vom

svz.de von
erstellt am 23.Aug.2012 | 10:30 Uhr

Groß Klein | Die Entwicklung des maritimen Gewerbegebietes Groß Klein wird immer konkreter. Im ersten Halbjahr 2013 sollen der geänderte Flächennutzungs- und der Bebauungs-Plan per Satzungsbeschluss der Bürgerschaft verabschiedet werden. Dieses Ziel gab Ralph Müller, Chef des Amts für Stadtplanung, am Dienstag im Ortsbeirat Groß Klein aus. Damit wäre der Weg frei für die Ansiedlung des Rotorblatt-Herstellers Euros. Das Berliner Unternehmen will in Rostock als Zulieferer für Offshore-Windkraftanlagen tätig werden und plant dazu nach eigenen Angaben mit bis zu 350 Arbeitsplätzen.

Allerdings stellt Müller klar: "Wir machen keinen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für dieses Unternehmen." Zwar habe Euros ein konkretes Interesse am Standort bekundet und die Stadt als Grundstückseigentümer befinde sich in intensiven Verhandlungen, das sei aber nicht Gegenstand der Planänderungen. Vielmehr gehe es generell darum, neue Gewerbeflächen mit Ostseezugang bereitzustellen. "Der Standort Groß Klein ist der Situation geschuldet - wir haben sonst nirgends zehn Hektar als zusammenhängendes Gebiet an der Kaikante gefunden", so Müller. Voraussetzung für die Ausweitung des Gewerbegebiets ist die teilweise Umwandlung des geschützten Feuchtgebiets am Laakkanal in Baufläche.

Davon sind rund 7,5 Hektar des 27 Hektar großen Schutzgebiets betroffen. Der neue B-Plan-Entwurf umfasst damit insgesamt 81 Hektar. "Am Ende muss die Bürgerschaft zwischen Grün- und Wirtschaftsbelangen abwägen", sagt Müller. Aber wenn Rostock sich weiterentwickeln wolle, seien mehr Arbeitsplätze ein Baustein dafür. Das sieht auch Ortsbeiratschef Uwe Michaelis (SPD) so: "Es ist wichtig, dass die Voraussetzungen für ansiedlungswillige Unternehmen geschaffen werden." Allerdings dürfe die Belastung für die Anwohner im Dorf Groß Klein nicht übertrieben werden, etwa in Bezug auf den Lärmschutz. "Das wird in Zukunft Thema sein, ist jetzt aber kein Grund, die Zustimmung zu verweigern", sagt Michaelis. Euros habe zugesagt, nachts auf Verladungen zu verzichten. Auch tagsüber sollte der Lärmpegel 55 Dezibel nicht überschreiten, so die Vorgabe. Die Einhaltung müssen Interessenten per Gutachten nachweisen.

Dr. Christian Wenske (Linke), Mitglied des Ortsbeirats, stimmt ebenfalls für die Einrichtung des maritimen Gewerbegebiets. "Rostocks Entwicklungschancen stehen und fallen mit der Bereitstellung von Hafenflächen", sagt er. Das sei der einzige wirkliche Standortvorteil, den die Hansestadt im Kampf um neue Unternehmen aufbieten könne. "Die Nachfragen an Flächen, die in den vergangenen Jahren von ansiedlungswilligen Firmen kamen, bezogen sich zu 30 Prozent auf Offshore-Industrie", so Wenske. Und für diese sei der Zugang zum Meer unerlässlich. Einige Interessenten seien schon in andere Städte abgewandert, weil Rostock ihnen nicht das passende Gelände bieten konnte. Deswegen müssten kurzfristig Alternativen entwickelt werden - und das gehe derzeit nur in Groß Klein. "Wir leiden unter Planungsfehlern aus den 1990er-Jahren. Damals fehlte der Weitblick, genug hafenaffine Flächen zu sichern, die uns heute fehlen", so Wenske. Der Wirtschafts-Ausschuss der Bürgerschaft stimmte dem maritimen Gewerbegebiet gestern Abend zu.

Von der möglichen Euros-Ansiedlung wäre auch das benachbarte Kieswerk von André Voss betroffen. "Es ist klar, dass das Unternehmen dann nicht dort bleiben kann", sagt Stadtplaner Müller. Die Suche nach einem Ausweich-Standort läuft.

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