Bekenntnis : Groß Klein gegen Rassismus

Mit ihren Töchtern Jennifer und Valentina (v. r.) setzt sich Dorina Wagner (l.) für mehr Toleranz und Offenheit ein.
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Mit ihren Töchtern Jennifer und Valentina (v. r.) setzt sich Dorina Wagner (l.) für mehr Toleranz und Offenheit ein.

Aktionswoche Festival contre le Racisme mit einer Kundgebung eröffnet. Friedliche Demonstration mit 500 Teilnehmern durch den Stadtteil.

svz.de von
13. Juni 2016, 05:00 Uhr

Am Sonnabend haben sich Rostocker in Groß Klein zu zwei Veranstaltungen gegen Rassismus getroffen. Eine angemeldete Demonstration fand ab 17 Uhr statt. Rund 500 Demonstranten zogen friedlich vom Klenow Tor durch den Stadtteil bis zum Blockmacherring. Dort hatte der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) der Universität Rostock schon um die Mittagszeit eine Kundgebung organisiert – Motto: „Grenzenlose Solidarität statt Rassismus!“. Diese war zugleich die Auftaktveranstaltung der Aktionswoche Festival Contre le Racisme des Asta, die sich am Sonnabend direkt mit einem Straßenfest fortsetzte.

Neben Redebeiträgen und Informationen zu Interkulturellem Garten, „Rostock hilft“ oder auch der Starthilfe Rostock gab es vor allem viele Aktionen für Kinder. Die Kleinen konnten beispielsweise malen, Beutel besprühen, Fußball spielen oder sich schminken lassen.

„Wir wollen ein Zeichen gegen rassistische Hetze setzen“, erzählt Marie Krafft von „Rostock hilft“ und ergänzte: „Wir wollen mit den Menschen ins Gespräch kommen und sie informieren.“ Auch Julia Reichart vom Flüchtlingsrat MV setzt sich dafür ein. „Der Diskurs sollte durch Informationen bestimmt sein und nicht durch Vorurteile“, sagt die 26-jährige. Auch Anwohner wollten Flagge gegen den Hass zeigen. So findet beispielsweise Dorina Wagner die Idee des Straßenfestes gut. „Leider ändert es aber bei den ,Nazis’ nichts und sie machen ihr Ding weiter“, meinte die 44-jährige. Ihrer Meinung nach sollten die Menschen offener werden und weniger Wert auf die Herkunft legen.

Nachdem der Verein Neue ohne Barrieren eine Begegnungsstätte für deutsche Jugendliche, Senioren und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Groß Klein eröffnet hatte, folgten scharfe rechte Kritik auch aus organisierten Szene und linke Gegendemonstrationen zu dieser. „Aufgrund der Ereignisse hier in Groß Klein haben wir entschieden, die Kundgebung hierher zu verlegen“, erklärt die Asta-Referentin für Antidiskriminierung und Gleichstellung, Franziska Pietsch. Geplant war die Kundgebung für die Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Man wolle sich aber in Groß Klein mit den Anwohnern und den zivilgesellschaftichen Akteuren solidarisieren.

Das Festival findet in diesem Jahr bereits zum dritten Mal statt. Damit folgt der Asta einem bundesweiten Aufruf des freien Zusammenschlusses von Studentenschaften und dem Bundesverband ausländischer Studenten zu einer Bildungs- und Aktionswoche.

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