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Norddeutsche Neueste Nachrichten

24. November 2017 | 10:37 Uhr

Warnemünde : Gratulation: Stormi wird heute 75

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Peter Storm liebt auch im Ruhestand seinen Job als Portier vom Hotel Neptun. Die Belegschaft ist für ihn wie eine Familie

svz.de von
erstellt am 20.Dez.2014 | 06:00 Uhr

Eigentlich ist heute so ein Tag für weiße Handschuhe und den langen Mantel vom Hotel Neptun. Beides zieht Peter Storm immer zu besonderen Gelegenheiten im Dienst an. Heute ist so eine, allerdings auf privater Ebene. Der dienstälteste Portier des Fünf-Sterne-Hauses feiert 75. Geburtstag. Es steht in keinem Rekordbuch, aber Stormi, wie ihn Kollegen nennen, muss zu den ältesten tätigen Kollegen der Branche zählen.

Auch nach dem Eintritt ins Rentenalter übt er seinen Job im Ehrenamt aus. Zur Arbeit ist er auf Umwegen gekommen. Denn der gebürtige Rostocker hat Schiffselektriker gelernt, heuerte nach der Armee beim Fischkombinat an. Später wechselte er zur Bagger-, Bergungs- und Bugsierreederei. Schon damals gab es die erste Verbindung zum Hotel Neptun. Storms Frau Irmi war dort Sekretärin. Das verschaffte ihm von 1976 bis 1988 den Nebenjob als Kegelbahn-Wart im Hotel. 1988 wechselte er auf den Posten des Portiers.

„Am 1. Januar stand ich das erste Mal vor der Tür“, erinnert sich Storm. Sein damaliger Kollege Manfred Krienke weihte ihn ins Einmaleins der Hotelportiere ein. Damals war ihm der raue Umgang der Seeleute vertraut, als Repräsentant eines Luxus-Hotels mit noblen Gästen war das Gegenteil gefragt. Für Storm kein Problem. Er mag Smalltalk beim Begrüßen, trägt das Gepäck und parkt Autos ein. Er war schon da, als das Neptun zum großen Teil an FDGB-Urlauber vermietet wurde. Damals gab es auch eine Valuta-Etage für Gäste aus dem westlichen Ausland.

Nach der Wende hat sich vieles gewandelt. Statt der FDGB-Urlauber, die vorwiegend mit dem Zug angereist sind, kamen Individualreisende mit Autos. „Wir hatten nur 50 Parkplätze vorm Hotel“, sagt Storm. Das war ein echtes Problem, bis es abgestellt wurde. Als 2001 seine Irmi gestorben ist, hat ihn Spa-Chefin Ulrike Wehner in den Arm genommen und ihn mit den Worten „Peter, wir sind jetzt Deine Familie“, getröstet. Das empfindet er auch so. Tochter Sylke lebt mit ihrem Mann und den Söhnen Daniel und Dejan in Nürnberg. Zum Geburstag sind aber alle da, das Ereignis wird mit Familie und Freunden im Neptun gefeiert.

Ende Januar verreist der bescheidene Portier selbst einmal. Seine Welt sind Fahrten mit der Aida-Flotte. Dann hat er beides: seine frühere Schiffswelt und ein schwimmendes Hotel. Dieses Mal geht es nach Dubai und Indien. „Da war ich noch nicht“, sagt er. Ganz als Portier aufhören, möchte er noch nicht. Aber stufenweise reduzieren. „Ich bleibe so lange ich das schaffe und keiner von meinen Vorgesetzten etwas dagegen hat“, sagt Storm. Er liebt diesen Hotel-Eingang, an dem er im vergangenen Jahr das dänische Kronprinzenpaar begrüßte, mit Ex-Ministerpräsident Harald Ringstorff platt geschnackt hat und wo er für einen Film Sänger Muck gezeigt hat, was ein Portier alles machen muss. Sein Kopf ist voller Geschichten, die er mit dem Haus verbindet, das er gern repräsentiert. Und zu besonderen Anlässen mit den weißen Handschuhen und dem langen Mantel.

 

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