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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. November 2017 | 00:25 Uhr

Rostock : Gratis-Schülerticket: Entwurf vorgelegt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rathaus greift für Gesetzestreue in die Trickkiste. Eltern winkt somit eine Entlastung.

von
erstellt am 14.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Nach jahrelangem Streit rückt die Schülerticket-Kostenerstattung für Rostocker in greifbare Nähe. Die dafür benötigten Satzungen zur Schülerbeförderung und zu Schuleinzugsbereichen hat das Rathaus jetzt im Entwurf vorgelegt. Das Team um Senator Steffen Bockhahn (Linke) bedient sich eines einfachen Kniffs, um die gesetzliche Vorgabe zu erfüllen, dass der Einzugsbereich nicht dem gesamten Territorium der Hansestadt entsprechen darf: Es teilt Rostock, aber nur in zwei Hälften.

Das sei „die Variante, die den Vorgaben der Schulentwicklungsplanung am ehesten gerecht wird“, erklärt Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) in der Vorlage für die Bürgerschaft. Durch die Zweiteilung werden 13 Grundschulen im Gebiet zwischen Südstadt/KTV und Warnemünde sowie weiter bis Torfbrücke und sieben Grundschulen zwischen Stadtmitte und Jürgeshof zusammengefasst. Bei den sechs Regionalen und den fünf Gesamtschulen verläuft die Trennlinie hingegen unterhalb von Schmarl und Evershagen. Bei den fünf Gymnasien befindet sie sich im Süden beziehungsweise Osten von Gartenstadt, Hansaviertel und KTV. Nur für die sieben Förderschulen und die Schulen mit Schwerpunkten der Begabtenförderung gilt ganz Rostock als Einzugsbereich. „Die Aufrechterhaltung der bestehenden Schulwahlfreiheit innerhalb der Hansestadt ist auch weiterhin gewährleistet“, erklärt Methling.

Erstattet bekommen Schüler beziehungsweise deren Eltern das Ticket für den Nahverkehr allerdings nur, wenn ihr Weg eine festgelegte Mindestdistanz überschreitet. Bis zur vierten Klasse sind das zwei Kilometer, bei weiterführenden Einrichtungen vier, in einigen Ausnahmefällen sechs Kilometer. Ist das Kriterium Strecke erfüllt, können die Anspruchsberechtigten die Erstattung jährlich neu beantragen. Um ihre Angaben nachzuprüfen, schafft die Stadt mithilfe von Landesmitteln zwei neue Stellen.

Auch aufgrund dieses bürokratischen Aufwands sieht Senator Bockhahn die Neuregelung kritisch. Er geht davon aus, dass rund zehn Prozent der knapp 18 850 Schüler in Rostock von der Kostenübernahme profitieren. Privatschulen sind von der Regelung ganz ausgenommen. Mit seinem Ansatz eines Gratistickets für den gesamten Rostocker Nachwuchs konnte Bockhahn sich aber nicht durchsetzen.

Damit die Neuregelung greift, fehlt noch die Zustimmung der Bürgerschaft. Sie diskutiert voraussichtlich im Dezember, zuvor durchlaufen die Satzungsentwürfe noch Ausschüsse und Ortsbeiräte.

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