Bombenfund in Rostock : Granate legt Unterricht lahm

Die Experten geben Entwarnung: Bei dem Fund handelt sich nicht um einen Blindgänger. Fotos: Stefan Tretropp
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Die Experten geben Entwarnung: Bei dem Fund handelt sich nicht um einen Blindgänger. Fotos: Stefan Tretropp

Bauarbeiter legen erst einen, später weitere Sprengkörper auf dem Gelände der Christophorusschule frei. Etwa 180 Kinder müssen evakuiert werden.

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10. März 2016, 21:00 Uhr

Nachdem Bauarbeiter am Morgen eine alte Granate entdeckt haben, sind fast 180 direkt nebenan lernende Grundschüler der Christophorusschule (CJD) aus ihrem Gebäude evakuiert worden. „Da war die Aufregung groß“, sagt Thomas Harnisch, kaufmännischer Leiter des CJD. „Die Kinder haben schon mitbekommen, dass etwas spannendes passiert.“ Zugucken durften sie bei der Bergung des Fundes allerdings nicht – sie wurden so lange im Gymnasium einquartiert, bis die Gefahr gebannt war. „Das haben wir zusammen mit dem Einsatzleiter entschieden“, sagt Harnisch.

Gegen 8 Uhr waren die Arbeiter bei Grabungen im Erdreich plötzlich auf einen Metallkörper gestoßen. Erst bei genauerem Hinsehen stellten sie fest, dass es sich bei ihrem Fund um eine Granate handelte. Sofort alarmierten die Männer Polizei, Feuerwehr und Munitionsbergungsdienst und stellten die Grabungen vorübergehend ein. Rund um die Baustelle wurde das Gebiet weiträumig abgesperrt.

Unter anderem blockierte die Polizei den Durchgangsverkehr im Asternweg. „Im Groß Schwaßer Weg wurde er aber weiter durchgelassen“, sagt Harnisch. Schließlich habe es sich nicht um eine 500 Kilogramm schwere Fliegerbombe gehandelt, sondern um eine im Verhältnis dazu kleinere Sprenggranate. Die Fachleute, die gegen 10 Uhr vor Ort eintrafen, identifizierten das Geschoss als etwa 50 Zentimeter langen Sprengkörper mit 15 Zentimeter Durchmesser aus deutscher Produktion. Ihnen zufolge stammt er vermutlich aus dem Zweiten Weltkrieg. Wie und warum er an dieser Stelle in das Erdreich gelangt war, sei kaum noch zu klären. Nach eingehender Untersuchung befanden die Mitarbeiter des Munitionsbergungsdienstes die Granate für transportfähig. Bei ihr handele es sich nicht um einen Blindgänger. Sie verfrachteten das Geschoss in ihr Fahrzeug, um es später an geeigneter Stelle fachgerecht zu entsorgen.

Gegen 11 Uhr konnten die Grundschüler zurück in ihre Unterrichtsräume. Wenige Stunden später, gegen 15 Uhr, mussten die Munitionsexperten schon wieder anrücken – die Bauarbeiter hatten weitere drei Sprenggranaten des selben Typs freigelegt. Deren Bergung fand ohne Absperrungen oder Evakuierungen statt.

Zwischen alter Grundschule und Haupthaus entsteht das zweite Grundschulgebäude des CJD. Bei 32 Metern Länge und 36 Metern Breite umfasst es zwölf neue Klassenräume. Darüber hinaus investiert die Lehreinrichtung in den Bau einer neuen Sporthalle.

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