Geschichte der Rostocker Friedhöfe : Grabsteine entschlüsseln

Die promovierten Historiker Antje Krause und Hans-Jürgen Mende widmen sich in ihrer nächsten Broschüre dem heutigen Stephan-Jantzen-Park, der von 1874 bis 1975 der alte Friedhof war. Zur Geschichte der Familie Baade hoffen beide auf noch mehr Informationen.
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Die promovierten Historiker Antje Krause und Hans-Jürgen Mende widmen sich in ihrer nächsten Broschüre dem heutigen Stephan-Jantzen-Park, der von 1874 bis 1975 der alte Friedhof war. Zur Geschichte der Familie Baade hoffen beide auf noch mehr Informationen.

Historiker sind auf den Spuren der Friedhofs-Geschichte in Warnemünde.

svz.de von
19. März 2016, 16:00 Uhr

Spurensuche auf Friedhöfen und an Grabstätten ist eine Fleißarbeit. Das wissen die promovierten Historiker Antje Krause und Hans-Jürgen Mende. Sie forschen aus eigenem Interesse an der Geschichte der Rostocker Friedhöfe und stellen Familiengeschichten und bemerkenswerte Grabstätten in Broschüren vor. Ihr drittes Heft rückt 2017 den Fokus auf den alten Warnemünder Friedhof in der Parkstraße, der seit 1989 in eine Parkanlage umgewandelt worden ist und inzwischen unter Denkmalschutz steht.

Rund 140 lesbare Steine gibt es dort. „Das ist allerdings nicht gleichzusetzen mit 140 Menschen, es sind über 250, weil sich ja viele auch eine Grabstätte geteilt haben“, sagt Hans-Jürgen Mende. Diese Art Forschung ist Klinkenputzen per Telefon, Recherche im Stadtarchiv, im Heimatmuseum und in den Archiven privater Sammler. Und manchmal spielt der Zufall den Historikern einen wichtigen Hinweis zu: So hatte sich der Warnemünder Alfred Stave einmal gemeldet, damit auch der Augenspezialist Prof. Karl Wilhelm von Zehender berücksichtigt wird, der am 1. Juli 1819 in Bremen geboren und am 19. Dezember 1916 in Warnemünde verstorben ist. „Sein Grabstein ist nicht mehr vorhanden, aber er hatte für Warnemünde und Rostock eine überregionale Bedeutung und so werden er und andere Persönlichkeiten dieser Art im Heft dabei sein“, sagt Mende.

Etwas mehr Hintergrundwissen erhoffen sich die beiden von Nachfahren zu den auf dem Friedhof vorhandenen Grabsteinen der Familie Baade. „Hier würden wir uns freuen, wenn sich die Schleusen der Erinnerung öffnen“, sagt Mende. Auch über viele der unbekannteren Kapitäne liegt wenig Dokumentarisches vor, trotz der informativen Ausstellung im Heimatmuseum. Dort findet sich auch der Grabstein von Christine Jungmann, die dem Museum sein heutiges Haus vererbte. Ihr Stein war auf dem alten Warnemünder Friedhof und ist jetzt auf dem Museumshof Teil der Geschichte des Hauses. Beim Einfangen der Geschichten der Gräber und der dort Beerdigten geht es auch um ihre Berufe, ein Stück Warnemünder Historie. Zu der gehört das Grab von Zeitungsverleger Emil Krakow, das nicht erkennbar ist. Der inzwischen wieder aufgerichtete Stein hat keine Inschrift. Da wäre es an diesem und anderen Gräbern schön, wenn es Hinweistafeln wie bei Stephan Jantzen geben würde.

Kontakt: antje.krause@hotmail.com oder hans-juergen.mende@t-online.de, Telefon: 0381/778 94 89, 0162/312 47 53

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