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Norddeutsche Neueste Nachrichten

25. November 2017 | 10:47 Uhr

Musik : Gleichklang dreht den Spieß um

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Johann Pätzold gründet Label und feiert sein erstes Release mit einem Konzert im Mau.

von
erstellt am 02.Aug.2014 | 06:00 Uhr

Johann Pätzold ist Idealist. Als er merkte, wie sich die Musikbranche verändert, und schließlich am eigenen Leib erfuhr, dass Künstler heute oft am kürzeren Hebel sitzen, beschloss er, den Spieß umzudrehen. „Ich hatte mich schon lange mit dem Gedanken beschäftigt, ein eigenes Label zu gründen“, sagt der Rostocker, der unter dem Namen Secret of Elements seit Jahren Musik macht.

Anders sollte das Label sein. Mehr den Künstler in den Mittelpunkt rücken. Ihm die Chance geben, von seiner Arbeit zu leben. Am Anfang dachte Pätzold vor allem daran, sich mit diesem Projekt selbst aus seiner Misere zu ziehen. Doch schnell fand er Gleichgesinnte, die ebenso schlechte Erfahrungen gemacht hatten. „Und dann dachte ich mir: Wenn ich mir die Arbeit schon mache, warum dann nicht auch für die anderen.“ Gleichklang Recordings war geboren.

Nun soll es das erste Release-Konzert geben. Jade Shames, ein New Yorker Musiker, wird morgen im Mau sein Debüt präsentieren – „The Drawing Board“. Über einen anderen Rostocker Musiker wurde Pätzold auf Jade Shames aufmerksam. „Seine Musik hat mich gleich vom Hocker gehauen. Das war etwas ganz Neues“, schwärmt Pätzold. Er merkte sofort: „Das ist ein Pferd, auf das ich setzen muss.“

Über den großen Teich hinweg nahm Pätzold Kontakt auf und den Amerikaner unter Vertrag. „Tatsächlich brauchte es einige Überzeugungsarbeit“, berichtet Pätzold. Schließlich kannten sich die beiden nicht. Außerdem verfolgt Pätzold mit Gleichklang Recordings ein Konzept, das ungewöhnlich ist und das den meisten Künstlern erst einmal zu gut erscheint. „Ich will nicht das schnelle Geld, sondern setze auf Qualität“, sagt Pätzold. Er glaubt daran, dass sich das Hochwertige durchsetzt. Am Anfang bedeutet das, eine Menge Geld zu investieren. Pätzold ist jedoch überzeugt, dass sich das auszahlen wird. „Einen gesunden Größenwahn sollte man haben. Mehr als schiefgehen kann es ja nicht“, sagt der Musiker.

Ein Gedanke, der offenbar auf Gegenliebe trifft. Mittlerweile haben sich unter dem Gleichklang-Dach rund 15 Künstler und Gruppen zusammengetan. Dabei reicht die Bandbreite von Musik über Tanz, Filmkunst, Literatur und Grafik bis hin zu Design. Es gibt keine Genre-Grenzen. Das Einzige, was zählt, ist der Glaube daran, dass das Kunstwerk zeitlos und einzigartig ist, dass es berührt, versucht Pätzold zu erklären. Das Netzwerk wächst. Jeder Künstler bringt Kontakte mit. So befruchtet sich die Arbeit gegenseitig. Natürlich ist auch finanzielle Unterstützung nötig. Gleichklang ist auf der Suche nach Förderern. Das Projekt entwickelt sich. Noch hat es seine endgültige Form nicht gefunden. Wie soll beispielsweise künftig darüber entschieden werden, welcher Künstler aufgenommen wird und welcher nicht passt? „Das habe ich, ehrlich gesagt, noch nicht genau entschieden“, räumt Pätzold ein. Wozu auch? Erst mal wollen Pätzold und seine Mitstreiter loslegen. Das Konzert morgen um 18 Uhr im Mau-Club soll ein erster großer Paukenschlag werden.


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