Bauen im Zentrum : Glatter Aal steht vor einem Neustart

Seit Jahrzehnten wird der „Glatte Aal” als Parkplatz genutzt...
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Seit Jahrzehnten wird der „Glatte Aal” als Parkplatz genutzt...

Der Eigentümer legt ein erstes Konzept mit Hotel, Gewerbe, Wohnungen und Parkplätzen vor.

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29. November 2014, 06:00 Uhr

Anderthalb Jahre, nachdem die Randalswood Germany GmbH den Glatten Aal gekauft hat, legt sie jetzt ein erstes grobes Bebauungskonzept vor. Gestern präsentierte sie ihre Pläne dem Gestaltungsbeirat in der Kunsthalle. Demnach sind auf dem Teil östlich der Buchbinderstraße ein Hotel, Einzelhandel und Wohnungen vorgesehen, westlich davon sollen Parkplätze entstehen, die auf drei Seiten und im Erdgeschoss von groß- und kleinflächigem Einzelhandel und Büros umgeben sind. Die konkrete Gestaltung und Höhe der mehrgeschossigen Gebäude liegt noch nicht vor.

„Wir wollen Mitte nächsten Jahres den Bauantrag einreichen“, sagt Randalswood-Projektleiter Denis Madden. Läuft dann alles glatt, könnten Anfang 2016 die Bauarbeiten für das 70 Millionen Euro schwere Vorhaben beginnen. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. „Die erste Frage muss sein: Was braucht die Stadt an dieser Stelle?“, so Klaus Petersen, Vorsitzender des Gestaltungsbeirats. „Wenn wir uns was wünschen dürften, dann ein Quartier aus Wohnhäusern.“ Aber die Stadt habe es versäumt, einen Bebauungsplan für das Gebiet aufzustellen, der Nutzung und Gestaltung der Gebäude vorgibt.

Immerhin handele es sich um ein sensibles Areal, so Petersen: „Maximal 70 Zentimeter unter dem Platz liegt ein Schatz an historischen Spuren, ein Stadtgedächtnis.“ Er fordert eine kleinteilige Gebäudegestaltung, die sich an der historisch gewachsenen Struktur orientiert. Die Diskussion um die Nordkante des Neuen Markts habe gezeigt, dass „es eine Sehnsucht nach einer Struktur gibt, die sich im Stadtgedächtnis etabliert hat“. Dazu gehöre auch, möglichst wenige Parkplätze zu schaffen, um nicht noch mehr Verkehr in das Gebiet zu locken.

„Die Frage nach dem Umgang mit dem Verkehr muss die Stadt insgesamt beantworten, die lässt sich mit einem einzelnen Projekt nicht lösen“, sagt Thomas Proppe, der das Konzept für Randalswood mitentworfen hat. Fest stehe aber: „Wenn ich großflächigen Einzelhandel habe, brauche ich auch Parkplätze.“ Zudem müssten die Straßen an den zu erwartenden Verkehr angepasst werden. Ein entsprechendes Konzept stehe noch aus. Eine Einzelhandels- und Hotelstudie hingegen habe sein Unternehmen bereits vorgelegt, so Madden.

Der Ortsbeiratsvorsitzende der Stadtmitte, Werner Simowitsch, gibt sich noch zurückhaltend: „Das ist alles sehr vage, da muss noch ganz schön dran gefeilt werden.“ Wie der Gestaltungsbeirat fordert auch der Links-Politiker zwingend neue Wohnungen. Dennoch sagt er: „Ich bin froh, dass endlich jemand da ist, der den Glatten Aal anpackt.“

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