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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. November 2017 | 03:24 Uhr

Warnemünde : Gierige Möwen gefährden Gäste

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

In Warnemünde gilt ein Möwenfütterungsverbot – allerdings hält sich kaum jemand daran. Es gibt auch kaum Kontrollen

svz.de von
erstellt am 29.Mai.2015 | 06:00 Uhr

Das Ostseebad mit seinen vielen Futterkuttern mit leckerem Fischbrötchen und Räucherware gleicht für Möwen einem Garten Eden. Es gibt überall reichlich Essbares. Oft durch fütternde Passanten oder durch dreisten Klau. Das funktioniert so: Im Sturzflug fliegen die gierigen Möwen gezielt von hinten ahnungslose Touristen an, um ihnen Fischbrötchen oder Eiswaffeln in Sekundenschnelle zu entreißen. So erging es gestern Touristin Kristine vom Kreuzfahrtschiff „Norwegian Dream“. Die Frau von den Philippinen ging mit ihren Freundinnen am Alten Strom flanieren und kaufte sich frischen Fisch. Sie hatte noch einmal gekostet, da wurde die junge Frau von einer Möwe umkreist.


Wöchentlicher Turnus für Kontrollen angepeilt


„Die zunehmende Gewöhnung an den Menschen und die damit verbundene geringe Hemmschwelle der Möwen, Eis oder Fischbrötchen aus den Händen zu reißen, bedeutet eine Verletzungsgfahr, insbesondere für Kinder“ steht in den Flyern für ein Möwenfütterungsverbot, das die Hansestadt 2009 erlassen hat. Ellen Keck vom Stromblick Min Herzing an der Bahnhofsbrücke ist da ganz konsequent: „Wir weisen unsere Gäste immer darauf hin, wir gestatten es auch nicht, dass bei uns Spatzen auf der Terrasse gefüttert werden, auch das lockt Möwen an“, sagt sie. Aber die Warnemünder Geschäftsfrau weiß auch, dass viele einfach nicht darauf hören.

Momentan sind die Möwen wohl besonders aggressiv, weil sie Junge haben, die sie fast im Akkord versorgen müssen, wissen Einheimische, für die das zum Ostseebad gehört wie der Wechsel der Jahreszeiten. Zu den Warnemündern, die Touristen auf die Gefahr hinweisen, gehört Hannelore Deffke. „Viele unterschätzen die Gefahr oder denken, man will sie nur bevormunden“, sagt sie. Diese Erfahrung machen viele Warnemünder, die Kinder vor den spitzen Vögeln der Möwen schützen wollen.

„Die Kontrolle zur Einhaltung des Fütterungsverbotes erfolgt durch den Sachbearbeiter Jagd im Stadtamt, dabei ist ein wöchentlicher Turnus angestrebt“, sagt Stadtsprecher Ulrich Kunze.

Um das Möwenfütterungsverbot zu verdeutlichen sind außerdem an den Strandzugängen entsprechende Hinweise angebracht. Von dem Faltblatt gibt es 6000 Stück.

Enten profitieren auch von der Fütterfreude der Touristen und Betreiber der Fischkutter. Auch das kann man beobachten.

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