zur Navigation springen

Kurzes, aber heftiges Unwetter in MV : Gewitter lässt Boote kentern

vom

Ein von West nach Ost ziehendes Gewitterband hat gestern in Mecklenburg-Vorpommern Segelboote auf der Müritz kentern lassen und Bäume umgestürzt. Ein Blitz schlug neben einer Kita ein. Verletzt wurde niemand.

svz.de von
erstellt am 20.Aug.2012 | 07:17 Uhr

Schwerin | Ein von West nach Ost ziehendes Gewitterband hat gestern in Mecklenburg-Vorpommern Segelboote auf der Müritz kentern lassen und Bäume umgestürzt. Verletzt wurde niemand, teilte die Polizei mit. In der Rettungsleitstelle Neubrandenburg klingelten am späten Vormittag pausenlos die Telefone: "Gekenterte Boote und Bäume, Bäume, Bäume", sagte eine Sprecherin.

Vier Menschen seien von Rettungskräften der Wasserwacht, des Deutschen Roten Kreuzes und der Wasserschutzpolizei aus der südlichen Müritz geborgen worden, nachdem ihre Boote bei Rechlin gekentert waren. Auch andere Bootsfahrer hätten Gekenterte an Bord genommen. Wie vielen Seglern insgesamt aus dem Wasser geholfen wurde, ist nicht bekannt.

Im Süden des Landes stürzten zudem zahlreiche Bäume um, vor allem im Landkreis Ludwigslust-Parchim und zwischen Neustrelitz und Woldegk. In diesem Bereich seien die B198 sowie kleinere Straßen zeitweilig blockiert gewesen, die Feuerwehr sei zu 13 Einsätzen ausgerückt. Im Kreis Ludwigslust-Parchim waren nach Polizeiangaben drei Straßen wegen umgeknickter Bäume zeitweilig gesperrt gewesen.

Dem Wetterdienst Meteomedia auf Hiddensee zufolge hatten die Unwetter mit Böen nur lokalen Charakter.

In Conow, ebenfalls Landkreis Ludwigslust-Parchim, schlug ein Blitz neben einer Kindertagesstätte in einen Baum ein. Wie Kita-Leiterin Ilka Amende-Schmidt berichtete, gab es einen heftigen Knall. Dann habe eine Erzieherin den Brand im Stamm entdeckt und die Feuerwehr alarmiert. Die Kinder hätten die Löscharbeiten beobachtet. "Das war Aufregung pur." Die Erzieherinnen nutzten die Situation, um mit den Kleinen über das richtige Verhalten bei Blitz und Donner zu sprechen. Auch in einen Funkturm in Neuendorf bei Neubrandenburg schlug ein Blitz ein und führte zu einem kurzzeitigen Funkausfall bei der Feuerwehr.

Trotz der zeitweiligen Abkühlung in den Unwettergebieten konnten sich Schulkinder gestern über hitzefrei oder verkürzte Schulstunden freuen. Dafür gibt es nach Angaben des Bildungsministeriums in Schwerin keine bestimmte Temperatur. Der Schulleiter entscheide, ob ein konzentriertes Arbeiten der Schüler noch möglich ist. Durch das Verkürzen von Schulstunden soll sichergestellt werden, dass nicht einzelne Fächer benachteiligt werden.

Alten-, Pflege- und Behindertenheime erhielten vom Deutschen Wetterdienst eine Hitzewarnung, um auf den richtigen Umgang mit ihren Klienten aufmerksam zu machen. Laut Wetterdienst war bei gefühlten Temperaturen über 33 Grad - außer in unmittelbarer Küstennähe - eine starke Wärmebelastung zu erwarten. Das Pflegepersonal sei dann angehalten, auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr bei den Patienten zu achten, gut zu lüften und die Wärme möglichst "auszusperren".

Unter der Hitze leiden auch Tiere, sogar Elefanten. Im Rostocker Zoo erhalten sie täglich zur Erfrischung eine kalte Dusche.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen