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Neptun Hotel in Warnemünde : Gewerkschaft will 5,5 Prozent mehr

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Die rund 200 Beschäftigten und 35 Auszubildenden des Hotel Neptun hoffen auf einen neuen Tarifabschluss. Ihre Gewerkschaft NGG fordert 5,5 Prozent mehr Lohn, was die Geschäftsleitung allerdings ablehnt.

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erstellt am 06.Apr.2012 | 05:55 Uhr

Die rund 200 Beschäftigten und 35 Auszubildenden des Hotel Neptun hoffen auf einen neuen Tarifabschluss. Ihre Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert 5,5 Prozent mehr Lohn, was die Geschäftsleitung allerdings ablehnt. In ihrer ersten Offerte bot diese ein Prozent mehr ab dem 1. April und nochmals ein Prozent ab dem 1. April kommenden Jahres an. In der zweiten Runde am Mittwoch legte sie jeweils noch einmal 0,5 Prozent drauf. Auszubildende aller Jahrgänge sollten bis zum 31. Dezember 2013 monatlich 25 Euro mehr als bisher verdienen.

Aus Sicht der Gewerkschaft ist das aber immer noch viel zu wenig, ihre Tarifkommission lehnte das Angebot ab – obwohl es ihren Angaben zufolge die letzte Offerte von Neptun-Geschäftsführer Guido Zöllick gewesen sei. Die Verhandlungen wurden ergebnislos vertagt. Nun sollen die Angestellten selbst entscheiden, ob sie in einen Arbeitskampf ziehen wollen. Im aktuellen Haustarifvertrag sollen sie nach Angaben der Gewerkschaft im Durchschnitt rund 1300 Euro brutto monatlich verdienen. Bis zum vergangenen Jahr waren noch laufende Erhöhungen festgeschrieben.

„Was die Geschäftsleitung als neues Angebot verkaufen will, hat seinen Namen nicht verdient“, sagt Christiane Walter von der NGG. Für die Beschäftigten würden die für einen Facharbeiter im 1. Berufsjahr gebotenen 22 Euro brutto im Monat mehr einen Reallohnverlust bedeuten. „Da scheint bei einigen in der Führung der Sinn für die Realität verloren gegangen zu sein. Die Beschäftigten wollen keine Almosen“, so Walter. Dabei sei die Gewerkschaft durchaus kompromissbereit. Bei einer Erhöhung von drei Prozent wäre sie mitgegangen, so die Gewerkschafterin. Auch ein nach Jahren gestaffelter Tarifabschluss wäre akzeptabel. Aber: „Da scheinen einige nicht mehr ermessen zu können, welche Leistungen die Belegschaft täglich und unermüdlich für den guten Ruf des Fünf-Sterne-Hauses erbringt.“

Schon von der Mehrwertsteuersenkung, die 2010 von der schwarz-gelben Bundesregierung beschlossen worden war, sei nicht ein Cent bei den Angestellten angekommen. Die jetzige Forderung der Gewerkschaft ergäbe für einen Facharbeiter im 1. Berufsjahr umgerechnet etwa 80 Euro mehr im Monat. „Die Geduld der Belegschaft ist jetzt am Ende“, sagt Walter. Zumal die Kollegen in anderen Hotels der DSR Holding GmbH nach ihren Informationen überwiegend besser bezahlt würden. Das Hotel Neptun gehört ebenfalls zu der fünfköpfigen Ressort-Gruppe der DSR Holding GmbH, der früheren Arosa Management GmbH.

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