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Norddeutsche Neueste Nachrichten

11. Dezember 2017 | 23:47 Uhr

Volkstheater : Gewerkschaft kritisiert Sozialdumping

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Gesellschafterbeschluss unter Beschuss. Keine betriebsbedingten Kündigungen

svz.de von
erstellt am 03.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Die gerade beschlossene Umwandlung des Volkstheaters zum Opernhaus löst bei der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger heftige Kritik aus. Präsident Jörg Löwer: „Nun hat Oberbürgermeister Roland Methling das Aus für die Sparten Schauspiel und Tanz verkündet. Dieser Personalabbau ist nicht hinnehmbar und trifft auf unseren entschiedenen Widerstand.“ Die geplante Ausgliederung in die freie Szene sei „nichts weiter als Sozialdumping“, so Löwer.

Theater-Intendant Sewan Latchinian zeigt sich ebenfalls enttäuscht. Er sagt: „Der Gesellschafterbeschluss des Oberbürgermeisters ist für mich völlig überraschend. Dass auch durch mein persönliches und künstlerisches Engagement der Fehler, die Sparte Musiktheater abzuschaffen, korrigiert wurde, freut mich. Dass nun aber die Sparten Schauspiel und Tanztheater abgeschafft werden sollen, wäre wieder ein Fehler. Momentan weiß ich nicht, was meine Funktion in diesem Prozess sein kann. Ich bitte um Verständnis, dass ich mich erst nach einigen Tagen der Klärung konkreter äußern kann.“

Eva-Maria Kröger, Chefin der Linksfraktion und des Theater-Aufsichtsrats, sieht das Grundproblem bei der Landesregierung: „Die Landesregierung sitzt am längeren Hebel und auf dem Geld. Wenn Rostock sich quer stellt, werden Mittel gekürzt und der Neubau sabotiert.“ Deshalb würden nun wohl viele Künstler ihre Anstellung verlieren. Sybille Bachmann, Chefin der Fraktion Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09, sieht nach der Absage der heutigen Sondersitzung eine Mitverantwortung der Bürgerschaft. „Keine der angefragten Fraktionen wollte die Debatte und damit Änderungsmöglichkeiten des Gesellschafterbeschlusses, insofern tragen alle den Beschluss direkt oder indirekt mit“, sagt sie.

Klar hinter der neuen Struktur steht SPD-Fraktionschef Steffen Wandschneider: „Dem Grunde nach ist es das beschlossene 2+2-Modell.“ Seine Fraktion hatte am Montag den kaufmännischen Theater-Geschäftsführer zu Gast. „Wir tragen sein Konzept mit“, so Wandschneider. Wichtig sei, dass die rund 50 betroffenen Stellen ohne betriebsbedingte Kündigungen abgebaut werden. Etwa durch nicht verlängerte Verträge, Frühverrentung oder Eingliederung in andere städtische Unternehmen.

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