Gewebe soll künftig einfach nachwachsen

Biologie-Laborantin Stefanie Adam arbeitet an Stammzellen.dabe
Biologie-Laborantin Stefanie Adam arbeitet an Stammzellen.dabe

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07. Oktober 2011, 08:17 Uhr

Rostock | Knochen, Knorpel und Sehnen sollen in Zukunft einfach nachwachsen, wenn sie beschädigt sind. Um diese Zukunftsvision zu realisieren, ist gestern das Verbundsforschungsprojekt "Syntero" gestartet, in das in den kommenden vier Jahren 4,6 Millionen Euro fließen werden. Daran beteiligen sich die beiden Universitäten Rostock und Greifswald sowie vier biomedizintechnische Unternehmen aus der Region.

Mit 3,3 Millionen Euro wird "Syntero" gefördert, wovon unter anderem 24 neue Stellen finanziert werden. Die Mittel stellt das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern bereit. Es schöpft sie aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung sowie aus dem Europäischen Sozialfonds. Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) sagte gestern, Investitionen in diesem Bereich seien notwendig, Einsparungen stünden daher nicht zur Debatte. "Das Thema wird auch in den Koalitionsverhandlungen in der kommenden Woche eine Rolle spielen", so der Minister.

Seit zehn Jahren arbeiten Wissenschaft und Wirtschaft in Rostock intensiv zusammen, doch das neue Verbundprojekt bringt Erkenntnisse aus verschiedenen Fachgebieten zusammen. Prof. Joachim Rychly, geschäftsführender Leiter des Zentrums für Medizinische Forschung, sagt: "Die Stammzelltherapie und Nanomedizin gelten als Schlüsseltechnologien in der regenerativen Medizin und sollen mit der Implantatbiomedizin verknüpft werden." Die einzelnen Unternehmen sowie die Universitäten bringen das nötige Fachwissen in den einzelnen Disziplinen mit, um gemeinsam neuartige Implantate zu entwickeln, die das umgebende Gewebe zum natürlichen Wiederaufbau anregen. Während die beiden Universitäten im Bereich der Stammzellforschung ihre Untersuchungen tätigen, versuchen die Unternehmen, die jeweiligen Erkenntnisse in ihren Produkten zur Anwendung zu bringen.

Aus Sicht der Mediziner gewinnt die regenerative Therapie immer weiter an Bedeutung. "Durch die zunehmende Lebenserwartung erhöhen sich auch verschleiß- und tumorbedingte Erkrankungen", sagt Prof. Thomas Tischer, Oberarzt an der Orthopädischen Klinik der Uni Rostock. Die regenerative Medizin ermöglicht etwa die Zucht eines künstlichen Knorpels und verhindert damit eine Prothese.

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