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Medizin in Rostock : Gewebe hilft Augen- und Herzpatienten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Gewebebank Mecklenburg-Vorpommern deckt auf Anhieb sieben Prozent des bundesweiten Hornhautbedarfs. Expansion geplant #wirkoennenrichtig

Die Gewebebank MV mit Sitz in Rostock hat im vergangenen Jahr 532 Patienten mit Augenproblemen helfen können, unter anderem mit transplantierten Augenhornhäuten. Insgesamt seien 741 Hornhäute bearbeitet worden. Das teilte die Betreibergesellschaft für Transplantationsmedizin gestern mit. „Wir haben damit auf Anhieb sieben Prozent des bundesweiten Bedarfs gedeckt“, sagte der ärztliche Geschäftsführer Axel Manecke.

Erklärte Absicht der Gewebebank sei es, unnötige Wartezeiten für Patienten zu verringern. „Unser Ziel ist, ohne jede zeitliche Verzögerung den Betroffenen umgehend die erforderlichen Gewebetransplantate bereitzustellen“, sagt Manecke. Die Rostocker untertreffen die gesetzlich geforderte Präparationszeit von 72 Stunden ab der Entnahme deutlich. In der Hansestadt seien sie bereits nach 16 bis 24 Stunden für die Transplantation bereit. Abnehmer sind Krankenhäuser und ambulante OP-Zentren. „In diesem Jahr wollen wir rund 1100 Augenhornhäute im Biomedizinischen Forschungszentrum Rostock aufbereiten“, sagt Frank-Peter Nitschke, ebenfalls ärztlicher Gewebebank-Geschäftsführer. Das Team sei bereits um zwei weitere Fachkräfte gewachsen.

Neben der Entnahme und Aufbereitung von Augenhornhäuten sei die Entnahme von Herzen bei Verstorbenen ein Schwerpunkt der Arbeit. Aus ihnen werden Herzklappen und Blutgefäße gewonnen, die anderen Patienten transplantiert würden. Für den Jahresanfang erwarte die Bank die Genehmigung, die Herzen nicht nur entnehmen, sondern auch aufbereiten zu dürfen, sagte Manecke. Bisher findet die Präparierung bei kooperierenden Gewebebanken statt. Mitte des Jahres soll auch die Genehmigung zur Herstellung künstlicher, zellfreier Herzklappen folgen.

Darüber hinaus gewinnen die Mitarbeiter Knochengewebe. „Aus den 56 Knochenspenden haben wir der kooperierenden Berliner Gewebebank 667 Präparate bereitgestellt, mit denen wiederum mehr als Tausend Patienten direkt geholfen werden kann, insbesondere nach Unfällen und Krebsoperationen“, so Nitschke. 2016 hätten 16 kooperierende Kliniken im Land rund 1500 Spendermeldungen übermittelt. Bei mehr als einem Viertel davon konnte Gewebe entnommen werden.


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