Symposium : Gesundes Altern in Rostock: Forscher stellen Zukunft vor

Bundesinnung Orthopädietechnik: Alf Reuter sprach bei der Veranstaltung
Bundesinnung Orthopädietechnik: Alf Reuter sprach bei der Veranstaltung

Wissenschaftler zeigen neue Technologien zur Erleichterung des Alltags für Senioren und Demenzkranke

svz.de von
19. Juni 2016, 09:00 Uhr

Hilfsroboter, Sehtrainings, intelligente Wohnungen und Handys: Bei einem Symposium an der Rostocker Universität haben Forscher und Dienstleister gestern neue Technologien vorgestellt, die ein gesundes und sicheres Leben im Alter erleichtern sollen.

Für körperlich beeinträchtigte Patienten und Demenzkranke sind oft Kleinigkeiten der Schlüssel zum Erfolg: „Als Erstes muss der Wohnraum angepasst werden“, sagt Alf Reuter, Vorstandsmitglied des Bundesinnungsverbands für Orthopädietechnik, dann erst kämen weitere Hilfen. So seien Licht und Kontraste die wichtigsten optischen Werte. „Einen farbigen Toilettensitz können Sehbehinderte leichter erkennen. Eine stark gemusterte, blumige Tischdecke hingegen kann Demenzkranke verwirren“, so Reuter. Sein Tipp: Fotos von Dingen in Schränken oder Räumen an die Türen hängen. Dann kommen die technischen Mittel zur Gefahrenvermeidung: Herdüberwachung, Alarmtrittmatten und Seniorenhandys. Zur Erleichterung des Alltags gibt es Lifte, künstliche Gelenke und Hilfsroboter. Am wichtigsten aber: „Die Hilfen der Zukunft dürfen nicht nur technisch modern sein. Sie müssen höflich, menschlich und freundlich sein, um von den älteren Patienten auch angenommen zu werden“, sagt Reuter.

Über ein neuartiges Sehtraining, das die kognitiven Fähigkeiten verbessern und wiederherstellen kann, informiert Prof. Georg Michelson von der Universität Erlangen. Das visuell-perzeptive Lernsystem arbeitet in einer virtuellen 3D-Realität. Bisher wurde es in Altenheimen und an einer Gruppe von Sportlern getestet. Ersten Ergebnissen zufolge hätten die Anwender – rein subjektiv – eine Verbesserung ihrer Sehfähigkeiten festellen können. „Künftig soll der Digital Vision Trainer auch in der Rostocker Augenklinik getestet werden“, so Michelson.

Wie wichtig die Entwicklungen sind, weiß Prof. Thusnelda Tivig, Leiterin des Ageing-Departments an der Interdisziplinären Fakultät der Uni Rostock: „Der demografische Wandel sollte nicht bekämpft werden, da er die Präferenzen unserer Gesellschaft zeigt. Aber man muss die Folgen einbeziehen.“ So würden Menschen immer älter, die Gruppe der Erwerbsfähigen im Alter von 20 bis 64 Jahren bliebe allerdings konstant. Eine Hochsetzung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre sei daher unumgänglich.

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