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Veranda-Streit Warnemünde : Gespannt auf das Urteil aus Karlsruhe

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Bis zu 1600 Euro pro Quadratmeter: Veranden-Besitzer aus Warnemünde wollen sich nicht einschüchtern lassen.

svz.de von
erstellt am 30.Mai.2016 | 08:00 Uhr

Die Veranden-Besitzer von Warnemünde sind auf die Stadt und Rostocks Stadtoberhaupt Roland Methling (parteilos) nicht gut zu sprechen. Der Grund: „Die Forderungen der Hansestadt zum Kaufpreis der Veranden sind unverschämt“, sagt Helmut Bach, Gründer und Sprecher der Bürgerinitiative Veranden-Streit. Zum Vergleich: Für andere Baugrundstücke hat die Stadt deutlich niedrigere Quadratmeterpreise gefordert: Für das Strandresort 19 Euro, die gleiche Summe bei der Yachthafenresidenz, beim Werftbecken 30 Euro, die Mittelmole kostete 120 Euro pro Quadratmeter.

Obwohl es sich bei den Veranden weder um Bauland noch eine Verkehrsfläche handelt, sollen die Verandenbesitzer bis zu 1600 Euro pro Quadratmeter zahlen. Da kommen sie zwischen 5000 und 40 000 Euro. „Das ist Wucher“, sagt Bach in der Sitzung am Sonnabend im Technologiezentrum. Deshalb streiten sich beide Parteien seit Jahren. Einige Entscheidungen haben die Veranden-Besitzer gewonnen, aber die Stadt klagt trotzdem munter weiter.

Der Rechtsanwalt Martin Fieber, der im Auftrag vieler Veranden-Besitzer agiert, hat vorgerechnet, dass die Stadt auf diese Weise 75 000 Euro ausgegeben hat, die laut der Bürgerinitiative aus Steuergeldern stammen. „Der OB schmeißt unsere Steuergelder hinaus, wo ist da die Logik?“, kritisiert Annegret Wenzel aus Warnemünde. „Wir sind ja bereit, dafür zu zahlen, aber nicht solche Summen“, sagt Wenzel.

Gegenwärtig haben wieder sechs Veranden-Besitzer ihren Termin zur Verhandlung vor dem Landgericht Rostock erhalten. „Auch, wenn das Stadtoberhaupt auf weitere Gerichtsprozesse setzt, gehen wir optimistisch davon aus, dass sich unsere vertretene Rechtsauffassung durchsetzt“, sagt Ekkehard Romeike von der Bürgerinitiative. „Die Hansestadt stellt immer wieder infrage, welche baukonstruktive Verbindung zwischen dem Haupthaus und der Veranda besteht“, ergänzt er und kritisiert den groben Ton in den Schriftsätzen. „Der scheint symptomatisch für den Umgang der Hansestadt mit seinen Bürgern in diesem Streit zu sein.“ In Romeikes Augen dient dieser schlechte Stil der Einschüchterung.

Derzeit sind alle gespannt auf eine Klage, mit der sich im Juli der Bundesgerichtshof befasst. Da hat ein Anwalt eines Warnemünder Veranda-Besitzers seine Strategie auf einem anderen Paragrafen aufgebaut.

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