Bombenalarm : Gericht nach Drohanruf evakuiert

Bombenalarm sorgt für Aufregung. Prozesse müssen unterbrochen werden. Beamte kontrollieren mit Suchhund das Gebäude.

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19. März 2015, 09:00 Uhr

Schockmoment im Rostocker Amtsgericht: Gestern gegen 9.45 Uhr drohte ein anonymer Anrufer, in dem Gebäude eine Stunde später eine Bombe zu zünden. Das komplette Haus mit den etwa 200 Mitarbeitern und Besuchern wurde dann um 10.30 Uhr evakuiert. Erst nach mehr als einer Stunde konnte das Gericht durch die Polizeibeamten wieder freigegeben werden.

„Ein Unbekannter rief in der Zentrale an und sagte, dass um 10.45 Uhr Sprengstoff hochgehen solle“, erzählt Klaus Weingartz, stellvertretender Direktor des Amtsgerichts. Er hat nur noch eine Stunde, um zu reagieren. Schnell informiert er die Rostocker Polizei, um das weitere Vorgehen abzuklären. „Im ersten Schritt haben wir unsere Wachleute durch die Räume geschickt. Diese haben aber nichts Verdächtiges entdecken können. Dann kamen die ersten Polizeibeamten, die erneut alles durchsuchten“, so Weingartz. Bis 10.30 Uhr wird keine Sprengvorrichtung oder Ähnliches gefunden. „Also musste ich mich entscheiden und habe den Hausalarm manuell ausgelöst, um die Sicherheit zu gewährleisten.“

Laufende Verhandlungen wie der Sandsturm-Prozess müssen unterbrochen werden. Weder die Mitarbeiter noch die Besucher wissen, was genau vor sich geht: „Feueralarm-Übungen hatten wir schon öfter. Aber mit diesem ganzen Polizeiaufgebot scheint das heute doch etwas Ernstes zu sein“, so einer der Richter. Gut 20 Beamte positionieren sich um das Gericht und sichern es ab. „Es ist schon ein komisches Gefühl und für mich ein bisschen ärgerlich. Ich habe nicht immer Zeit, um zum Gericht zu gehen und nun stehe ich hier. Die Beamten haben mich weggeschickt und niemand sagt mir, was los ist“, sagt der Rostocker Olaf Bielicke unsicher.

Währenddessen kontrollieren mehrere Polizisten mit einem Sprengstoffsuchhund die Räume. Doch gefunden wird nichts. Daraufhin können die Mitarbeiter das Gericht betreten und den Betrieb wieder aufnehmen. „Einige Verhandlungen konnten glücklicherweise kurzfristig verschoben beziehungsweise neu angesetzt werden. Aber zum großen Teil werden die Prozesse nun an der Stelle fortgesetzt, wo sie unterbrochen wurden“, sagt Gerichtsdirektor Weingartz.

„Die Ermittlungen hat jetzt das zuständige Sachgebiet des Kriminalkommissariats Rostock übernommen“, erklärt Dörte Lembke, Sprecherin der Rostocker Polizei. Ob ein bestimmter Prozess oder etwa eine Person Ziel des unbekannten Mannes war, ist nicht klar.

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