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Norddeutsche Neueste Nachrichten

17. November 2017 | 22:31 Uhr

Eisbrecher : Gericht fällt das „Jantzen“-Urteil

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Wer bekommt das Schiff? Das Tauziehen der beiden selbst erklärten Eigentümer steht kurz vor dem Ende

von
erstellt am 08.Jan.2015 | 06:00 Uhr

Seit Jahren ist die „Stephan Jantzen“ Mittelpunkt eines hitzigen Streits. Nun steht das Tauziehen um die Eigentümerrechte an dem Eisbrecher, der erst seit September wieder im Rostocker Stadthafen liegt, kurz vor dem Ende. Am 20. Januar verkündet das Landgericht Heidelberg sein Urteil. Bis dahin müssen die beiden Kontrahenten, Kai Gunther Lehmann und das Green Institute of Polar Environmental Research Inc. aus New York, aber noch zittern. Denn welcher der beiden Parteien das Schiff letztlich zugesprochen wird, ist bislang noch völlig offen.

Für Kai Gunther Lehmann, der sich auf seiner Facebookseite selbst „El Capitán“ nennt, haben die Besitzverhältnisse allerdings nie zur Debatte gestanden. Er sagt: „Die ,Jantzen’ ist mein Eigentum – bis offiziell etwas anderes entschieden wurde.“

Jochen Pfeiffer von der Societät Rostock maritim sieht das anders. Er bewacht das Schiff seit 2012 im Auftrag von Hafenkapitän Gisbert Ruhnke. Für ihn sei klar, dass Geschäftsmann Paolo Zampolli, der Gründer des Green Institute of Polar Environmental Research, der rechtmäßige Eigentümer ist.

Auch Lehmanns Anwalt Jörg Horny gibt sich selbstbewusst. Nach dem Schluss der Verhandlung, die bereits am 16. Dezember stattgefunden hat, habe er ein sehr gutes Gefühl gehabt. Das sei jedoch zunächst nur sein ganz persönlicher Eindruck. Die Entscheidung des Gerichts könne er damit aber noch lange nicht vorhersehen: „Wir warten nun erst einmal die Entscheidung ab.“

Die Societät hat jetzt schon Pläne für die Zukunft der „Stephan Jantzen“. Ist das Urteil gefällt, könnte daraus ein Kulturschiff werden. „Es gibt junge Künstler, die an dem Schiff interessiert sind“, so Jochen Pfeiffer. Alles in allem müsse sehr viel Arbeit in das Schiff gesteckt werden. Dennoch heiße es jetzt erst einmal abwarten. „Im Moment machen wir nichts, weil wir nicht wissen, wie das Urteil aussehen wird.“

Für den Fall, dass die „Jantzen“ Kai Gunther Lehmann zugesprochen wird, hat Jochen Pfeiffer große Befürchtungen: „Ich gehe davon aus, dass er sie verschrotten wird.“

Lehmann bestreitet diesen Vorwurf jedoch: „Ich würde das Schiff in Rostock lassen, wenn es eine vernünftige Alternative geben würde. Ich kann den Eisbrecher doch nicht einfach verschrotten.“ Prinzipiell sei er für alles offen, allerdings erwarte er auch, dass er konkrete Konzepte vorgelegt bekommt – von den politischen Vertretern der Hansestadt.

Paolo Zampolli hatte die „Stephan Jantzen“ 2006 vom Bund gekauft. Seine Pläne, den Eisbrecher als „King Ice“ für Kreuzfahrten auszubauen, scheiterten jedoch. Das Schiff kam auf Umwegen nach Rostock. Lehmanns Rolle: Er behauptet, von Zampolli als Kapitän eingesetzt, aber nicht bezahlt worden zu sein.

Das kommende Urteil bringt Klarheit in einen verworrenen Fall. Trotzdem muss die Entscheidung nicht zwingend das letzte Wort sein. „Der Unterlegene kann in Berufung gehen“, erklärt Jörg Horny. Der Fall könne sich also auch noch weiterziehen.

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