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Nach Rettungsaktion im Rostocker Zoo aufgepäppelt : Gerettete Störche wieder ausgewildert

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Professor Kroll hatte Jungstörche gerettet, als ein Eltern-Tier bei einem Unfall verstarb und das andere sie nicht hätte versorgen können. Nachdem der Zoo sie aufgepäppelt hat, sind die Tiere nun auf sich gestellt.

svz.de von
erstellt am 25.Jun.2013 | 10:52 Uhr

Rostock/Landkreis/Rostock/Schmadebeck | Vor vier Wochen sind es noch kleine graue Fellbündel gewesen. Mittlerweile haben die Jungstörche ordentlich an Gewicht zugelegt. Professor Stefan Kroll freut sich darüber, als er gestern die Tiere im Rostocker Zoo abholt. Er hat die Störche - zwei bereits geschlüpfte Adebare und zwei Eier - vor vier Wochen vom Horst in Schmadebeck gerettet, nachdem ein Eltern-Tier bei einem Unfall verstarb und das andere sie alleine nicht hätte versorgen können. Unter der liebevollen Pflege im Rostocker Zoo sei dann noch ein Storch geschlüpft - ein viertes Jungtier gab es leider nicht mehr.

Tierpflegerin Ariane Dankert hat das Trio aufgepäppelt. "Am Anfang bestand ihr Tagesablauf aus Fressen und Schlafen, da haben wir fünfmal am Tag gefüttert", sagt die Expertin vom Vogelrevier. Innerhalb von zehn Tagen hätten die Jungtiere ihr Gewicht versechsfacht: "Von 100 auf 700 Gramm", nennt sie die Zahlen. Mittlerweile sind die Störche je gut zwei Kilo schwer und messen im Stehen bereits einen halben Meter. Am teils schwarzen Federkleid und der fehlenden Rotfärbung des Schnabel-Horns erkennen aber auch Laien, dass es noch Jungtiere sind.

In etwa vier Wochen könnten sie zu ersten Flugübungen starten, meint Kroll. Deshalb sei jetzt der richtige Zeitpunkt, sie wieder auszuwildern. "Wenn sie zu klein sind, kann es passieren, dass sie aus dem Horst geworfen werden. Sind sie zu groß, kann es zu Kämpfen mit den Nestgeschwistern kommen", so der Storchenbeauftragte. Das richtige Timing ist wichtig, denn die Jungstörche kommen in drei verschiedene Horste. Je einer nach Lieblingshof, Niekrenz und Liepen. In ihren ursprünglichen Horst nach Schmadebeck können sie keinesfalls zurück. "Der dort verbliebene Altstorch ist mittlerweile hormonell nicht mehr auf Brut eingestellt", sagt Kroll. Deshalb setzte er das Trio gestern in Horste, bei denen in diesem Jahr weniger Jungtiere vorkommen als sonst. "In Niekrenz sind es sonst drei, jetzt einer. Und da Störche nicht zählen können, merken sie nicht, wie viele sie durchfüttern", sagt er. Bei der Auswahl der neuen Reviere sei nur wichtig gewesen, dass das Nahrungsvorkommen in der Umgebung ausreicht. Und das sei an allen drei Orten gegeben. Um den Jungstörchen nach der Auswilderung Ruhe zu gönnen, hat Kroll die Tiere gestern gleich mit beringt. So weiß er genau, wann und wohin sie hoffentlich zurückkehren.

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