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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. Oktober 2017 | 09:25 Uhr

Warnemünde : Gerettete Hansekanne geschenkt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Hardo Seehase gibt ein kostbares Stück in die Alexandrinenstraße. Es wird ausgestellt und soll auch in die Sammlung

svz.de von
erstellt am 19.Jul.2016 | 08:00 Uhr

Das Heimatmuseum hat einen kostbaren Schatz geschenkt bekommen. Hardo Seehase aus Warnemünde überreichte Museums-Chefin Kathrin Möller eine außergewöhnliche Kanne. „Es handelt sich um eine Hansekanne aus dem 15. Jahrhundert, das haben unsere Recherchen bei Experten ergeben“, sagt die Museumsleiterin. Zinnexperte Michael Kunzel vom Deutschen Museum hat die Kanne fachlich begutachtet und Christoph Wegner, der im Museum ein Praktikum macht, ist auf Spurensuche nach der Kanne gegangen.

Hardo Seehase hat sie von seinem Vater geerbt, dem Warnemünder Erfinder Hans Seehase. Aus dessen Nachlass befinden sich bereits einige Stücke im Warnemünder Heimatmuseum. Der Krug ist auf seiner Vorderseite stark gequetscht und geknautscht.

Das hängt mit der Fundgeschichte zusammen. „Eine Baggerschaufel hat die Kanne wahrscheinlich 1903 oder 1904 vom Boden der Warnow ans Tageslicht befördert, dabei zerquetscht und mein Vater hat sie mitgenommen“, erzählt Hardo Seehase. Hans Seehase hat von der Kanne eine Zeichnung angefertigt, die ebenfalls mit ins Museum gekommen ist. „Der Krug ist sehr massiv gearbeitet, wiegt schätzungsweise drei Kilo und besteht aus Zinn, hat aber nicht mehr die für Zinn typische silbrig glänzende Graufärbung, sondern ist schwärzlich angelaufen“, so Möller.

Die Kanne ist 23 Zentimeter hoch, der Boden hat einen Durchmesser von 18 Zentimetern. Im Inneren sind zwei Medaillons oder Marken mit bildlichen Darstellungen zu sehen. Eine nächste Besonderheit ist eine auf dem Deckel und auf der Sockelunterseite eingeritzte Hausmarke, die den Buchstaben W mit Pfeil nach oben zeigt.

Das stattliche Gewicht dieser Kannen hatte einen praktischen Grund: „Wenn es bewegte See gab, sollten die Kannen nicht gleich umfallen“, sagt die Museums-Chefin. Sie ist so begeistert von dieser seltenen Kanne, die sie vorerst in der Abteilung „Neue Stück im Museum“ und später in der Sammlung zeigen will. „Es ist eines unserer ältesten Exponate“, sagt die Leiterin. „Aus unserer Familie ist bereits einiges im Museum, jetzt wollte ich, dass die Kanne auch dahin kommt“, so Hardo Seehase.

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