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Unimedizin Rostock : Gerät hilft bei Diagnose Brustkrebs

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Unimedizin weiht 300 000 Euro teuren Apparat ein

Ein neues, hochmodernes Gerät zur Tomosynthese ermöglicht es Ärzten der Unimedizin Rostock zukünftig, Brustkrebs bei Frauen besser und schneller zu diagnostizieren. Gestern wurde der 300 000 Euro teure Präzisionsapparat in den Räumen des Radiologiezentrums in der Doberaner Straße offiziell eingeweiht. Der Vorteil des Tomosynthese-Geräts ist, dass es den Medizinern eine genauere Darstellung der Brust liefert. „Bei der üblichen Mammografie werden zwei Bilder gemacht“, erklärt Prof. Dr. Karlheinz Hauenstein, Chef der Radiologie. „Bei der Tomosynthese hingegen werden 15 Schnittaufnahmen gemacht.“ Dadurch erhalten die Ärzte von dem verdächtigen Bereich ein präzises Bild und können schnell erkennen, ob es sich um einen Tumor oder eine Verkalkung handelt. Je dichter sie dem verdächtigem Gewebe kommen, desto schärfer erscheint dieses auf den Monitoren. „Dadurch steigt natürlich auch unsere Erkennungsrate von Tumoren. Bei der Mammografie liegt sie bei etwa 80 Prozent und bei der Tomosynthese bei etwa 92 Prozent“, sagt Dr. Christian Schulze, Oberarzt am Institut für Radiologie. „Das ist ein großer Schritt. Zumal je früher wir Tumore erkennen, desto besser sind sie zu behandeln“, fügt Prof. Hauenstein hinzu. Selbst kleinste Veränderungen würden so aufspürbar und schneller diagnostizierbar.

Auch Biopsien können die Ärzte mit dem neuen Gerät, das seit etwa vier Wochen im Einsatz ist, bei Bedarf sofort vornehmen. „Der Computer berechnet die genaue Tiefe und Winkel, in der das verdächtige Gewebe über eine Kanüle entnommen wird“, erklärt der Leiter der Radiologie. Etwa zehn Minuten dauert die gesamte Prozedur. „Bei der herkömmlichen Methode sind es etwa 30 Minuten. Das ist eine deutliche Zeitersparnis, zumal die Biopsie sehr belastend für die Frauen ist“, weiß der Professor.

„Allerdings kommt die Tomosynthese bislang nur in Verbindung mit der Mammografie zum Einsatz, um einen unklaren Befund abzuklären“, so Hauenstein. Studien lassen den Mediziner aber hoffen, dass sich dies schon bald ändern wird.

Zentrum für Radiologie

Rostock ist mit etwa 500 000 zu versorgenden Patienten das größte Zentrum für Mammografie-Screening in Mecklenburg-Vorpommern (Rest MV: rund 1,2 Millionen Patienten).

Frauen zwischen zwischen 50 und 69 Jahren erhalten in der Doberaner Straße 142 regelmäßig ihre Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchung. Pro Jahr werden hier etwa 6000 Patienten behandelt. Hinzu kommen zusätzlich noch etwa 1000 weitere zur Nachsorge. Allein pro Tag führen die Mediziner 80 Screenings durch. Mit dem neuen Tomosynthese-Gerät können pro Stunde etwa acht Patientinnen untersucht werden.

Im Land gibt es derzeit zwei Kliniken, in denen das moderne Diagnose-Gerät zum Einsatz kommt: Neben Rostock befindet sich noch eins im Schweriner Helios-Klinikum.

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