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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. Oktober 2017 | 12:06 Uhr

Geplantes Wohngebiet erregt Gemüter in Parkentin

vom

svz.de von
erstellt am 19.Okt.2012 | 08:51 Uhr

Parkentin | Eine Ackerfläche erhitzt momentan die Gemüter in Parkentin. Denn ein Investor hat Interesse angemeldet, einen 2,4 Hektar großen Teil dieses Areals in der Doberaner Straße, die er bereits gekauft hat, für Wohnbebauung bereitzustellen. Die Gemeindevertreter haben als Grundlage dafür bereits die Aufstellung eines Bebauungsplanes mit der Nummer 10 beschlossen.

Alle bis auf einen. Denn Yann-Christoph Collin (SPD) ist gegen das Vorhaben. Nicht nur, "dass Parkentin ländlicher Raum ist und sich dieses Charakteristikum bewahren sollte". Er beruft sich auch auf die Raumordnung, gegen deren Vorgaben der neue Bebauungsplan seiner Ansicht nach verstößt. "Die Gemeinde darf sich um drei Prozent vergrößern. Der Stichtag für diese Festlegung war 2009 - damals hatten wir 561 Wohneinheiten", so Collin. Demzufolge wären maximal 17 neue Grundstücke zulässig. "Mittlerweile haben wir schon 564 Wohneinheiten, bleiben also noch 14", zählt der Jurist weiter. Laut Aufstellungsbeschluss für den B-Plan 10 sollen dort 17 Wohneinheiten entstehen.

Um die drei Grundstücke Differenz geht es dem Sozialdemokraten aber gar nicht. Sondern darum, dass es immer noch freie Grundstücke im B-Plan-Gebiet Nummer 9 am Ortseingang gibt. Dabei handelt es sich um ein Mischgebiet, das neben Gewerbeflächen auch 6000 Quadratmeter für Wohnbebauung zulässt. "Meiner Meinung nach sperrt der vorhandene sogar den neuen Plan, weil er die Belange der Raumordnung schon voll ausschöpft", so Collin. Außerdem gebe es noch genügend innerörtliche Flächen, die sich für Bebauung eignen würden. Zustimmung erhält der Gemeindevertreter von Kirsten Wandt, die bereits mehrere hundert Unterschriften gegen einen weiteren Bebauungs-Plan für Parkentin sammelte. "Ich bin damals extra aufs Dorf gezogen und will nicht wieder in der Stadt wohnen - Parkentin sollte nicht zersiedelt und der wertvolle Ackerboden lieber erhalten werden", sagt Wandt.

Völlig unverständlich ist diese Haltung dagegen für Gabriele Kalweit. "Die Diskussion ist hochgeschaukelt", sagt die Bürgermeisterin (parteilos) und erklärt, dass es für die Ackerfläche Doberaner Straße "bereits seit 1991 einen genehmigten Flächennutzungsplan gibt". Und nun auch einen interessierten Investor. Im Gegensatz zum Mischgebiet am Ortseingang. "Ich hatte immer wieder Gespräche mit Interessenten, die dann aber abgesprungen sind", so Kalweit. Das Gebiet des neuen B-Planes sei sogar - im Sinne der Raumplanung - von vier auf 2,4 Hektar verkleinert worden. Die Regionale Raumordnung sei zum Plan bereits gehört worden. Eine positive Stellungnahme läge im Amt vor. Am Montagabend ist der B-Plan nochmal Thema auf der öffentlichen Gemeindevertretersitzung.

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