Amtsgericht Rostock eröffnet Insolvenzverfahren : "Georg Büchner": Verein ist pleite

Die „Georg Büchner“ im Rostocker Stadthafen. Foto: Scharnweber
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Die „Georg Büchner“ im Rostocker Stadthafen. Foto: Scharnweber

Gestern eröffnete das Amtsgericht Rostock das Insolvenzverfahren gegen den Förderverein Traditionsschiff Rostock. In dessen Insolvenzmasse fällt auch die "Georg Büchner". Die Zukunft des Schiffs ist noch immer unklar.

svz.de von
15. März 2013, 06:21 Uhr

Rostock | Vor dem Amtsgericht Rostock ist gestern das Insolvenzverfahren gegen den Förderverein Traditionsschiff Rostock eröffnet worden. In dessen Insolvenzmasse fällt auch die "Georg Büchner", die noch immer im Stadthafen vertäut liegt und deren Schicksal weiter ungeklärt ist.

"Wir sind im Gespräch mit dem Insolvenzverwalter", sagt Thomas Werner, kommissarischer Leiter des Rostocker Amts für Kultur und Denkmalpflege. Er bestätigt, dass es nach wie vor großes Interesse aus Belgien an einer Übernahme des Schiffes gibt. In Antwerpen soll die ehemalige "Charlesville" Teil eines maritimen Museums werden. Das plant zumindest die Interessenvereinigung Waterford Vlaanderen. Sie arbeitet derzeit an der Finanzierung, um den ehemaligen Kolonialdampfer in seinen alten Heimathafen schleppen und sanieren zu können. Schätzungen zufolge würden dafür mehrere Millionen Euro benötigt.

Um diese Summe aufzubringen, spielt auch das Rostocker Denkmalpflegeamt eine Rolle: "Ich habe am Donnerstag ein Unterstützungsschreiben für einen Antrag auf Förderung innerhalb des EU-Denkmalförderprogramms verfasst", sagt Werner. Eine Zusage von dort sei ein möglicher Baustein für die Finanzierung des belgischen Vorhabens.

Eine Verschrottung des Schiffes, wie sie der Betreiberverein ursprünglich vorgesehen hatte, liegt dank des Interesses aus Antwerpen weiterhin auf Eis. Der Förderverein hatte den Ex-Dampfer eigentlich schon an einen noch immer unbekannten neuen Eigner verkauft. Dieser wollte ihn auf einer Werft in Litauen verschrotten lassen. Das Geschäft platzte aber, nachdem der Denkmalschutz sich einschaltete und das Vorhaben untersagte. Anschließend räumte das Amt dem neuen Käufer eine Frist ein, um eventuelle eigene Erhaltungspläne für das Schiff vorzulegen. "Er ist nicht bei uns vorstellig geworden", sagt Werner.

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