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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Oktober 2017 | 11:31 Uhr

Warnemünde : Genussflieger fotografiert Schiffe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Das Hobby hat bei Manfred Sander zu einem Archiv mit etwa 25 000 Luftbildern geführt. Auch die „Aidamar“ ist mehrfach dabei

svz.de von
erstellt am 01.Okt.2016 | 16:00 Uhr

Noch dreimal in diesem Jahr macht die „Aidamar“ in Warnemünde fest. Einmal legt sie heute an. Einer, der diesen und andere Kreuzliner schon wiederholt aus der Vogelperspektive im Foto festgehalten hat, ist Manfred Sander. Er bezeichnet sich selbst als Genussflieger und Motorschirmpilot. Der jetzt 66-Jährige hat im Jahre 2007 durch Zufall das Hobby gefunden, das genau seinen Geschmack trifft. „Ich war in Neustadt Glewe, wo Fluggeräte mit Motorschirm vorgeführt wurden“, sagt Sander. Zu der Zeit ist er noch als Maschinist zur See gefahren, aber seit 2009 hat er nach der nötigen Ausbildung in einer Flugschule die Lizenz für Ultraleichtfluggeräte in der Tasche und einen eigenen Motorschirmflieger.

Unverstellter Blick ist einmalig


Für Motorschirmflieger Manfred Sander gibt es kaum etwas Schöneres, als bei gutem Wetter sanft durch die Luft zu gleiten und dabei zu fotografieren.
Für Motorschirmflieger Manfred Sander gibt es kaum etwas Schöneres, als bei gutem Wetter sanft durch die Luft zu gleiten und dabei zu fotografieren. Foto: privat
Bis zu 600 Metern dürfen diese Fluggeräte abheben. „Mit dem Motorschirm hat man mit die beste Rundumsicht, die es überhaupt gibt“, schwärmt Sander. „Der Blick ist nicht verstellt durch eine Hubschrauberkanzel oder Tragflächen“, beschreibt er. Und auf diese Weise kann er ganz besondere Fotos schießen. Sein Archiv enthält etwa 25 000 Luftbilder. „Es ist meine Welt, Baugebiete zu fotografieren und damit festzuhalten, wie sich Städte und Dörfer verändern“, sagt er.

Der Flieger hat schon oft Warnemünde im Bild festgehalten, auch, wenn er selbst aus dem Ortsteil Einhusen bei Kröpelin stammt. Im Ostseebad hat sich etliches verändert, wenn man allein an das zurück gebaute Fährbecken, die Wohngebiete Dünenquartier und Molenfeuer denkt. „Das ist ein Hobby für Leute, die sich ihre Zeit frei einteilen können“, erklärt Sander. Er selbst fliegt nur bei Windstärken bis zu zwei Beaufort, wenn die Luftströmung gleichmäßig und ohne Turbulenzen ist. Und bevor er in seiner Flugkombi sowie mit dem Helm mit einem Funkgerät abhebt, checkt der ehemalige Maschinist genau das Trike, Schirm und alles, was dazu gehört. Jeder Flug wird in einem Flugbuch eingetragen und auf regulären Flugplätzen wie in Purkshof müsse er sich per Funk an- und abmelden. Es gibt auch zugelassene Startwiesen für Motorschirmflieger.

Bis zu 40 Stundenkilometer schafft dieses Gefährt. „Sollte es einmal einen technischen Defekt geben, dann landet man im Prinzip wie ein Fallschirmspringer“, sagt Sander. Ihm selbst ist das noch nicht passiert. Es gibt auch Motorschirmflieger für zwei Personen. „Ich bevorzuge es, alleine zu fliegen“, sagt er. Seine Frau Gudrun guckt sich mit Interesse seine Fotos an, aber die Fliegerei ist nicht ihr Ding. „Aber ich muss mich immer bei ihr melden, wenn ich gelandet bin, das haben wir so ausgemacht“, sagt Sander.

 

 

 

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