Rethwisch : Gemeinde sammelt für neuen Kirchturm

Sie sammeln Spenden: Margarethe Katharina Schönbach (v. l.), Gisela Steinhagen-Schneider und Pastorin Ulrike Dietrich Fotos: Anns
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Sie sammeln Spenden: Margarethe Katharina Schönbach (v. l.), Gisela Steinhagen-Schneider und Pastorin Ulrike Dietrich Fotos: Anns

270 000 Euro müssen für Instandhaltung eines der ältesten mittelalterlichen Holztürme Norddeutschlands aufgebracht werden

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12. Dezember 2014, 10:00 Uhr

Langsam und bedächtig steigt Pastorin Ulrike Dietrich die knarrenden Holzstufen des Rethwischer Kirchturms hinauf. Hier und da zeigt die 46-Jährige auf kleine und größere Risse in der massiven Dachkonstruktion aus Eichenholz. Mehr als 600 Jahre ist ein Teil der Balken bereits alt, sie stammen einem Gutachten zufolge aus der Entstehungszeit des Kirchturms um 1380.

„Der Aufstieg ist schon ein wenig abenteuerlich“, muss Dietrich schmunzelnd zugeben. Wesentlich mehr Sorgen, als das knarrende Gebälk und diffuses Licht, macht der Pastorin jedoch die Statik des Kirchturms. „Da jahrelang keine umfangreiche Restaurierung mehr stattfand, ist die Sicherheit beim Aufstieg nur noch bedingt gegeben.“ Außerdem müssten das undichte Turmdach und die Elektrik dringend erneuert werden. Eine teure Angelegenheit, wie aus einer ersten Kostenschätzung hervorgeht. Etwa 270 000 Euro müssten demnach von der Einrüstung des Turms bis hin zur Erneuerung des Daches aufgebracht werden. Ebenfalls in der Summe inbegriffen ist auch die Einrichtung einer kleinen Teeküche sowie Toilette im Erdgeschoss des restaurierten Glockenturms.

„Mit der Sakristei oder der Innenausmalung haben wir in den vergangenen Jahren viel zum Erhalt der Dorfkirche beigetragen. Die Erneuerung des Kirchturms ist aber unser mit Abstand größtes Projekt“, sagt Dr. Gisela Steinhagen, Vorsitzende des Kirchenfördervereins. Gemeinsam mit Pastorin Dietrich sowie Margarethe Katharina Schönbach gehört die 66-Jährige zu den treibenden Kräften des Projekts. „Wir haben hier schließlich einen der ältesten mittelalterlichen Holztürme Norddeutschlands, den wir unbedingt erhalten möchten“, betont die Rethwischerin.

Damit dies gelingt, ist der Verein zur Erhaltung der Dorfkirche Rethwisch vor allem auf Spenden angewiesen. Entrichtet werden können diese in den eigens dafür aufgestellten Spendendosen in Rethwisch und Umgebung sowie direkt an den Förderverein.

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