Rostock : Gemeinde plant Backstein-Moschee

Dr. Maher Fakhouri ist Vorsteher der islamischen Gemeinde in Rostock: „Wir wollen ein Gebäude, das hierher passt. Schließlich leben wir hier.“
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Dr. Maher Fakhouri ist Vorsteher der islamischen Gemeinde in Rostock: „Wir wollen ein Gebäude, das hierher passt. Schließlich leben wir hier.“

Muslime brauchen 1,5 Millionen Euro für ihr Gotteshaus

svz.de von
02. Dezember 2014, 10:00 Uhr

Der islamischen Gemeinde Rostocks steht eine arbeitsreiche Zeit bevor. Die Stadtverwaltung will im nächsten Jahr den Bebauungsplan für den westlichen Teil des Groten Pohls vorlegen – und damit für das Gelände, auf dem die neue Moschee entstehen soll. Für die Gemeinde heißt das: Gelder einwerben. Denn rund 1,5 Millionen Euro werden Grundstück und der Neubau des islamischen Gotteshauses kosten, schätzt der Vorsteher der Gemeinde Dr. Maher Fakhouri.

Dass sie dort eine Fläche kaufen dürfen, hat Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) bereits zugesagt. Auf dem Gelände, in der Erich-Schlesinger-Straße 21, steht seit 1998 die Moschee, eine Baracke. Vermietet wird sie der Gemeinde vom kommunalen Eigenbetrieb für Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE) für monatlich 1100 Euro inklusive Betriebskosten. Aber das Gebäude ist baufällig. Deswegen und auch weil die 300 Quadratmeter zu klein für die rund 400 Personen starke Gemeinde ist, soll eine neue Moschee her. „Wir sind eine sehr gemischte Gruppe“, sagt Fakhouri. Die Mitglieder, zur Hälfte Studenten, entstammen 30 bis 40 Nationen – wie Syrien, der Türkei, Ägypten, Tunesien, dem Libanon, Algerien. Die Predigten werden auf Arabisch und Deutsch gehalten. „Deutsch ist die einzige Sprache, in der wir uns alle verständigen können, wenn auch unterschiedlich gut“, sagt Fakhouri. Der Vielfalt entsprechend, soll die neue Moschee architektonisch von keiner der Nationen geprägt sein, nicht typisch für Marokko oder den Irak. „Wir wollen ein Gebäude, das hierher passt. Schließlich leben wir hier“, sagt der Gemeindevorsteher. Einen Entwurf gibt es noch nicht, aber Pläne: Auf 1500 Quadratmetern mit Parkplätzen und Innenhof soll ein Backsteinbau mit 600 Quadratmetern Nutzfläche auf zwei bis drei Etagen entstehen. Geschwungene Fenster und Farbelemente sollen Hinweise auf die Moschee sein. Sie soll sich in Gebets-, Waschräume, einen Schulraum, Küche, einen Lebensmittelladen und ein Lager unterteilen. Vertreter der Gemeinde treffen regelmäßig Kataster- und Stadtentwicklungsamt sowie den KOE – zuletzt im Oktober. Die Unterstützung durch die Stadt sei aber rein moralisch, sagt Fakhouri. Die 1,5 Millionen bringt die finanzschwache Gemeinde selbst auf. Sie wird andere Gemeinden um Hilfe bitten und hat bei Stiftungen in Saudi Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten Spendenanträge laufen.

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