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Strategie gegen Rechts : Gemeinde kauft Land in Jamel

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In Jamel bei Wismar steuert die Gemeinde mit einem Ankauf von Land gegen die Rechtsextremen und deren Versuch die Dorfgemeinschaft nach ihren Vorstellungen zu prägen.

svz.de von
erstellt am 05.Dez.2011 | 01:05 Uhr

Wismar | In Jamel bei Wismar, wo etwa die Hälfte der Bevölkerung der rechtsextremen Szene zugerechnet wird, steuert die Gemeinde mit einem massiven Ankauf von Land gegen. "Seit einiger Zeit machen wir bei jedem Grundstücksgeschäft von unserem Vorkaufsrecht Gebrauch", sagte der Bürgermeister der Gemeinde Gägelow, Uwe Wandel (parteilos). Das 37-Einwohner-Dorf Jamel gehört zu Gägelow.

"Zwei Grundstücke fehlen uns noch, dann haben wir alle, die verfügbar sind." Bisher habe die Gemeinde knapp zwei Hektar erworben. Bei einer Liegenschaft streite sich die Kommune vor Gericht mit dem Kaufinteressenten, der nicht akzeptieren wolle, dass Gägelow das Vorkaufsrecht nutze. "Bei dem Käufer handelt es sich um ein Mitglied der rechtsextremen Szene", sagte Wandel. Die beiden letzten verfügbaren Grundstücke wolle die Gemeinde auch noch kaufen. Das Land unterstütze Gägelow bei dieser Strategie, damit die Kommune auch den nötigen finanziellen Spielraum hat. Wenn alle angepeilten Grundstücke gekauft sind, soll ein Entwicklungsplan für Jamel aufgestellt werden. In jedem Fall muss es eine Investition von herausragendem Interesse sein, denn nur das rechtfertigt das Vorkaufsrecht der öffentlichen Hand.

Nach Wandels Beobachtung versuchen die Rechtsextremen in Jamel nach wie vor, die Dorfgemeinschaft nach ihren Vorstellungen zu prägen. "Die Leute sind sehr, sehr aktiv", sagte er. Ein führender Kopf der Szene in dem Dorf, Sven Krüger, war im August wegen illegalen Waffenbesitzes und Hehlerei zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. "Die Terrorzelle von Zwickau hätte auch in Jamel sein können", ist Wandel überzeugt.

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