Gemeinsam : Gelebte Inklusion in Rostock geehrt

Leben und Lernen auf Augenhöhe ist der Grundgedanke des Michaelshofs, für den Hellen Kokert die Siegmann-Medaille entgegen nimmt.  Fotos: Anne Schwartz
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Leben und Lernen auf Augenhöhe ist der Grundgedanke des Michaelshofs, für den Hellen Kokert die Siegmann-Medaille entgegen nimmt. Fotos: Anne Schwartz

Evangelische Stiftung Michaelshof wird mit der Richard-Siegmann-Medaille gewürdigt. Förderpreise gehen an das inklusive Landestheaterfestival und an Globus.

svz.de von
26. November 2015, 22:04 Uhr

Sie ermöglicht behinderten und nicht behinderten Kindern ein gemeinsames Lernen auf Augenhöhe. Sie baut Brücken im täglichen Zusammenleben und zerstört Barrieren im Kopf: Für ihren langjährigen Einsatz für das gleichberechtigte Miteinander ist die Evangelische Stiftung Michaelshof gestern Abend mit der mit 3000 Euro dotierten Richard-Siegmann-Medaille ausgezeichnet worden. Die gleichnamige Stiftung unter Leitung von Dr. Viola von Oeynhausen würdigte dieses Jahr das Engagement Rostocker Vereine, Firmen und Institutionen zum Thema „Inklusion – Anderssein ist normal!“.

„Die Ehrung ist eine große Auszeichnung für unsere Arbeit aber auch für alle Kollegen und die fast 200 Kinder, welche die Stiftung täglich mit Leben erfüllen“, sagt Hellen Kokert, pädagogische Leiterin im Michalshof. Dieser betreibt neben einer Förder- und Grundschule auch einen Hort und eine Kita. Vor fünf Jahren ging das Projekt den „umgekehrten Weg zum sonst Üblichen“, wie Laudatorin Viola von Oeynhausen sagte, „und öffnete die Einrichtung für Kinder mit geistiger Beeinträchtigung auch für Schüler ohne Behinderung. Neben der zum elften Mal verliehenen Medaille vergab die Stiftung auch zwei mit je 500 Euro dotierte Förderpreise. Geehrt wurde das Inklusive Landestheaterfestival für seine künstlerischen Aktivitäten sowie der Globus-Handelshof für die Förderung von Mitarbeitern mit Handicap.

Der Visionär Richard Siegmann war bis 1935 Direktor und Vorstand der Rostocker Straßenbahn AG. 1943 wurde er nach Theresienstadt deportiert, wo er im Oktober 1943 starb. Die Feierlichkeiten der RSAG 2004 zu 100 Jahren elektrische Straßenbahn gaben den Ausschlag zur Gründung der Stiftung.

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