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Kinderbetreuung in Rostock : Geld für Kitas zu vergeben

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Eine Million Euro steht zur Verfügung: SPD will Elternbeiträge senken. Senator empfiehlt Förderung der Einrichtungen.

von
erstellt am 21.Mai.2016 | 08:00 Uhr

Rostock bekommt mehr Geld für seine Kitas, etwas mehr als eine Million Euro. Die stammt aus dem Betreuungsgeld-Topf, der so genannten Herdprämie, die wieder abgeschafft werden musste. So weit die gute Nachricht. Wofür die Million verwendet werden soll, darüber ist die Rostocker Bürgerschaft allerdings noch uneins. Das Resultat: Die Diskussion geht am 31. Mai im Jugendhilfeausschuss weiter.

Zwei Positionen stehen gegeneinander. Während die SPD die Elternbeiträge von Vollzahlern senken will – und dabei Unterstützung von der CDU erfährt –, sieht Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) den geeigneten Zweck in der Förderung der Betreuungseinrichtungen. So sei es vonseiten des Ministeriums, das die Bundesmittel weiterreicht, vorgesehen und im Zuweisungsvertrag geregelt, betont er. Insbesondere sollen mit dem Geld Kitas und Tagespflegen unterstützt werden, die Kinder mit Migrationshintergrund betreuen. Aber auch Kitas mit wenigen oder gar keinen Migrantenkindern erhalten Zuweisungen, um Integrationsprojekte realisieren zu können. In ganz Rostock sind es nur sieben Einrichtungen, in denen noch keine Kinder mit Migrationshintergrund untergebracht sind. Resultierend aus einer Umfrage unter Betreuungseinrichtungen ergeben sich für Bockhahn Förderschwerpunkte in den Bereichen Personal, Fortbildung, Kooperation und Anschaffung pädagogischer Materialien. „Die Qualität in den Kitas steigt nicht, wenn die Elternbeiträge sinken“, so der Senator.

Der SPD geht es hingegen um die Entlastung der Eltern. Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln könnten die Beiträge für Vollzahler um knapp 17 Euro im Monat gesenkt werden, rechnet Fraktionsvorsitzender Steffen Wandschneider vor. „Auf die Jahre gerechnet sind das für uns keine Peanuts und wir alle wissen, wie dringend Eltern auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind“, pflichtet CDU-Vize Daniel Peters bei. Da das Geld ursprünglich für die Unterstützung von Eltern vorgesehen war, solle es auch in seiner neuen Verwendung den Eltern zugutekommen, argumentiert Cathleen Kiefert-Demuth von der SPD. Mehrbedarfe in den Kitas, die durch Zuwanderung entstehen, müssten auch abgedeckt werden, erklärt Fraktionskollege Christian Reinke: „Aber dafür müssen andere Landesmittel zur Verfügung gestellt werden.“

Die Grünen, die bei der Bürgerschaftssitzung ebenfalls dafür stimmten, das Thema noch einmal im Jugendhilfeausschuss zu beraten, zeigen sich generell nicht abgeneigt von der Idee, die Elternbeiträge zu senken. Dann jedoch dürften nicht nur Vollzahler Nutznießer sein. Darum will die Fraktion einen Antrag einbringen, der Eltern einen Vollzeitplatz ermöglicht, die es sich bislang nicht leisten konnten, einen solchen in Anspruch zu nehmen. Gemeint sind beispielsweise Alleinerziehende.

 

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